Am Freitag hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern darauf geeinigt, zukünftig den Zutritt zu Restaurants und Veranstaltungen nur durch die 3G-Regel zu ermöglichen. Zukünftig müssen Besucher also geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Wo die Zahlen besonders hoch sind, soll hingegen dann sogar die 2G-Regel zum Einsatz kommen. Dann wären Veranstaltungen und der Aufenthalt in Innenräumen nur noch für Geimpfte oder Genesene möglich. Genau diese Maßnahme wurde nun in Sachsen eingeführt, in der Hoffnung damit noch härtere Maßnahmen vermeiden zu können.
"Wenn wir uns jetzt zu viel Zeit lassen, endet das wie im vergangenen Jahr in einem Lockdown“, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Deutschlandfunk schon skeptisch angekündigt. In Sachsen soll die Ausbreitung des Virus nach Meinung der Experten mit der im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigen Impfquote zusammenhängen. Denn nach Meinung der Experten soll die niedrige Impfquote eine hohe Infektionsrate bedeute. Gerade einmal 57 Prozent der Sachsen sind vollständig geimpft. Der bundesweite Schnitt liegt bei 67 Prozent. Auch in Thüringen (60,9 Prozent) und Bayern (64,9 Prozent) liegt die Impfquote unter dem Durchschnitt.
Ein weiterer Grund für die hohen Zahlen in Thüringen und Sachsen liegen in der geselligen Vereinskultur begründet. Zudem könnte der Grenzverkehr zu den Ländern Tschechien und Österreich für einen Anstieg der Zahlen im Südosten sorgen. Aktuell bezeichnen die Gesundheitsämter das Infektionsgeschehen allerdings als diffus, In vielen Fällen kann nicht nachverfolgt werden, wo genau die Menschen sich angesteckt haben. Mittlerweile können die Behörden Kontakte nicht mehr nachverfolgen und Quarantäne-Anordnungen auch nicht mehr überprüfen, da die Situation bereits aus dem Ruder gelaufen ist. Ab dem Wochenende gelten in den Corona-Hotspots von Sachsen nun 2G-Regeln, von denen bisher allerdings sowohl Restaurants und körpernahe Dienstleister wie Friseure ausgeschlossen sind. Auch im öffentlichen Nahverkehr und Handel reicht das Tragen einer Maske. Bayern hat die Maskenpflicht für Schüler nach den Herbstferien ebenfalls wieder eingeführt. Schon bald wird mit ersten Engpässen auf den Intensivstationen gerechnet.