Doch offenbar sorgt sich die Politik nun über die steigenden Infektionszahlen. Viele Eltern halten erneute Schluschließungen schon bald für möglich. Anscheinend nicht zu unrecht, wenn man die Worte von Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (40) hört. Denn auch dieser hält neue Schulschließungen für durchaus möglich. Dahmen will die Schulen zwar mittels Hygienekonzepten offenhalten, "aber wenn bestimmte Hygienekonzepte nicht durchsetzbar sind, wenn dadurch nicht der entsprechende Schutz ergriffen werden kann, dann wird auch das Schließen von Einrichtungen möglich bleiben", verdeutlichte der Grünen-Politiker gegenüber dem "Deutschlandfunk".
Und diese Aussagen wdersprechen eindeutig dem erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Ampel-Plan. Dieser hatte angekündigt, dass man Maßnahmen wie Maskenpflicht, 3G/2G-Regelung und Kontaktnachverfolgung zwar aufrechterhalten werde, doch dafür auf Knallhart-Beschränkungen wie Schulschließungen oder auch Ausgangssperren verzichten würde. Steht dies nun vielleicht erneut zur Debatte?
Mit seiner aktuellen Aussage hat Dahmen auch sich selbst widersprochen. Denn im August hatte Dahmen noch erklärt, "die schärfsten Beschränkungsmaßnahmen, wie die Schließung ganzer Betriebe oder gar der Schulen" nicht in den Antrag der Grünen aufzunehmen. Offenbar wackelt nun auch das Versprechen, dass ab spätestens 20. März alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden. "Ganz wichtige Maßnahmen wie die Maskenpflicht, wie 3G/2G, aber auch die Kontaktnachverfolgung werden mindestens bis zum Frühjahr aufrechterhalten werden", kündigte Dahmen an, um gleichzeitig zu betonen, dass es "unrealistisch und unehrlich" sei, Corona-Versprechen über zu große Zeiträume zu machen. Deshalb fordert Dahmen nun auch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Dies müsse nach Auffassung des Politikers so geändert werden, "sodass wir – falls es erforderlich wäre, beispielsweise bei neuen Mutationen oder sich verändernden Umständen – auch im Frühjahr notwendigen Schutz für die Bevölkerung bieten können". Wie man sieht ändert sich die Meinung der Politik hinsichtlich des Virus also noch immer in relativ kurzen zeitlichen Abständen.