Ärztin hat Long Covid - erschreckendes Geständnis - So machte Long-Covid ihr Leben zur Hölle

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Ärztin hat Long Covid - erschreckendes Geständnis - So machte Long-Covid ihr Leben zur Hölle

News (2 / 1) 02.10.2022 23:33 / Torben Symbolbild imago


Long-Covid bringt den Alltag aus den Fugen

Statt besser wurden die Symptome jeden Tag schlimmer, was für eine Menge Probleme im Leben der Ärztin sorgte. Nicht nur auf der Arbeit sondern auch im Alltag wurde das Leben für die Frau zur Tortur. So sei sie mehrmals gestürzt, hatte Schwierigkeiten beim Lesen und über Wortfindungsstörungen geklagt. Mit der Zeit stellte sich auch noch ein Gefühl der Desorientierung ein. Nicht einmal in ihrer Wohnung fand sich die Ärztin noch zurecht. "Ich habe den Herd angelassen, bin aus der Wohnung gegangen, habe am Tag dreimal Zähne geputzt, weil ich nicht mehr wusste, ob ich das schon gemacht habe. Ich habe dann die Zahnbürste angefasst, ob sie trocken ist, um mir da zu helfen. Dann hab ich zweimal hintereinander geduscht, weil ich vergessen hatte, dass ich schon geduscht habe. Ich konnte selbst 'zwei plus zwei" nicht mehr rechnen. Ich konnte nicht mehr schreiben, alles war mir plötzlich fremd. Meine Erinnerung war ausgelöscht. Meine ganze Lebensgeschichte, Urlaubserinnerungen, Geburtstage – alles war weg", schildert die Frau ihren schrecklichen Erlebnisse.

Reha-Maßnahmen geben neue Hoffnung

Eine Reha-Maßnahme gab der Ärztin dann Hoffnung auf Besserung. Zunächst waren jedoch alle Plätze ausgebucht. Schließlich erhielt sie einen Platz in der Median-Klinik in Flechtingen, Sachsen Anhalt, die sich auf die Behandlung von Long Covid Patienten spezialisiert hat. Hier wurden ihre Sorgen endlich ernst genommen: "Es ist tatsächlich kein Einzelfall. Wir hören das immer wieder, gerade von jungen Patienten, dass wenig Verständnis vorhanden ist für die Symptome und sie relativ schnell in den Bereich 'depressiv' oder 'Burn-out' gerückt werden, was tatsächlich gar nicht der Fall ist. Meistens sind die Long Covid-Patienten hoch motiviert, und wollen auch wieder zurück an den Arbeitsplatz und gerade für diese Patienten ist es dann niederschmetternd, Vorwürfe zu hören, man würde simulieren oder man soll sich nicht so anstellen", erklärt Dr. Per Otto Schüller, das Problem vieler Long-Covid-Patienten. Diese Wahrnehmung sei leider kein Einzelfall, sondern sorge noch für weitere Problem bei den betroffenen Personen. "Wir haben in dem Zusammenhang Kontakt mit vielen Patienten bundesweit im Rahmen einer Selbsthilfegruppe und auch dort hören wir von den überwiegend jungen Patienten, dass es massive Probleme auch mit den Arbeitgebern gibt, dass die Patienten ihre Arbeit nicht mehr aufnehmen können. Und dass wenig Verständnis von Seiten der Arbeitgeber und auch von Seiten der Kollegen vorhanden ist", bestätigt Dr. Schüller. Mittlerweile hat sich der Zustand der Ärztin leicht gebessert. Gut ein Dreivierteljahr nach ihrer Erkrankung gehen die Beschwerden langsam zurück.

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