Gleichzeitig kritisierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende auch das Vorpreschen der Politik bei Booster-Impfungen: "Die geringere Nachfrage nach Erstimpfungen soll nun mit Auffrischimpfungen für die bereits Immunisierten kompensiert werden“, glaubt Hofmeister. Mit der neuen Impfverordnung versuche die Politik nach Hofmeisters Meinung Fakten zu schaffen, bevor die medizinischen Fakten vorliegen. "Die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen könnten sich viele Diskussionen ersparen, wenn es nicht nur ein ministeriell ,gefühltes‘ Mehr an Sicherheit gäbe, sondern eine echte, evidenzbasierte medizinische Empfehlung für die Booster-Impfungen“, sagte Hofmeister. Von den Ärzten seien während der Pandemie gut 42 Millionen Impfungen gegen Covid-19 verabreicht worden. "Der Spitzenwert in den Praxen lag bei 3,4 Millionen Impfungen pro Woche – deutlich mehr, als die Impfzentren je erreicht haben“, machte der KBV-Vize klar. "Fast zwei Drittel aller Vertragsärztinnen und -ärzte haben sich an der Impfkampagne beteiligt, bei den Hausärztinnen und -ärzten waren es knapp 95 Prozent“, nennt Hofmeister positive Zahlen.
Zudem sprach Hofmeister eine Warnung aus, dass möglicherweise ein Wechsel der politischen Konstellationen zukünftig einen kompletten Systemwechsel herbeiführen könnte. Die nun endende Periode der Legislatur habe so eindeutig wie nie den Wert der ambulanten Versorgung unter Beweis gestellt. "Auch in diesem Jahr – das in vielem so anders war als alle vorherigen – hat unsere Versichertenbefragung gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger ihren Ärzten vertrauen und die ambulante Versorgung in hohem Maße wertschätzen“, macht Hofmeister deutlich. Auch in Zukunft müsse Deutschland in der Lage sein, die medizinische Versorgung seiner Bürger sicherzustellen. "Die Punkte dort sind unabdingbare Voraussetzungen dafür, dass die wohnortnahe, hochwertige und persönliche Versorgung der Menschen hierzulande erhalten und zukunftsfähig bleibt.“