Immer wieder sorgen Sonneneruptionen auf der Erde für sogenannte Sonnenstürme. Während viele dieser elektromagnetischen Stürme harmlos ausfallen, gibt es aber auch Ausnahmen. Bei schweren Sonnenstürmen könnte die Infrastruktur auf der Erde Schaden nehmen. Wissenschaftler warnen nun sogar vor einem kompletten Ausfall des Internets und fordern aus diesem Grund sogar Notfallpläne.
Bei einem Vorfall im Jahr 1859 hatte sich gezeigt, welche Auswirkungen Sonnenstürme auf die Erde haben können. Beim sogenannten Carrington-Ereignis hatten sich zum Teil gar Polarlichter in der Nähe des Äquators gebildet. Doch nicht nur das, sondern es wurden auch massive Schäden am weltweiten Telegrafennetz verursacht. An jenem Tag war Starkstrom durch die Leitungen geschossen, der dafür sorgte, dass viele Empfänger Funken schlugen und das Papier der Telegrafen in Brand gesetzt wurden. Auch am 25. Mai 1967 hätte ein Sonnensturm beinahe fatale Auswirkungen gehabt und einen Atomkrieg ausgelöst. Er hatte die Radaranlagen des US-Raketenwarnsystems gestört. Ein Effekt, der von den Amerikanern zunächst auf eine russische "Geheimwaffe" zurückgeführt wurde. Ender der 80er-Jahr hatte ein starker geomagnetischer Sturm dann in der kanadischen Stadt Québec für einem neunstündigen Stromausfall gesorgt. Und ähnliche Ereignisse können sich jederzeit wiederholen. In unserer hochtechnisierten Welt, werden die Auswirkungen immer dramatischer. Nun warnen die Wissenschaftler sogar vor einer Internet-Apokalypse, bei der die Menschen zum Teil Monate auf Internetverbindungen verzichten müssten.
Wissenschaftler haben bereits eine klare Vorstellung davon, welchen Einfluss Sonnenstürme auf die Stromversorgung haben. Beim Internet jedoch sind die Wissenschaftler bisher noch nicht so weit. Allerdings hatte Sangeetha Abdu Jyothi von der University of California jetzt bei der Sigcomm-Konferenz 2021 vor möglichen fatalen Folgen der solaren Superstürme auf die Internet-Infrastruktur gewarnt. "Unsere Infrastruktur ist nicht auf ein Solargroßereignis vorbereitet. Wir haben nur sehr begrenzte Kenntnisse über das Ausmaß des Schadens", erklärte Abdu Jyothi gegenüber der Fachzeitschrift "Wired". "Was mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, ist, dass wir mit der Pandemie gesehen haben, wie unvorbereitet die Welt war. Es gab kein Protokoll, um effektiv damit umzugehen, und das Gleiche gilt für die Widerstandsfähigkeit des Internets", zeigt sich der Wissenschaftler skeptisch. Mittlerweile sind zahlreiche Prozesse rund um den ganzen Globus existenziell auf das Internet angewiesen. Doch ein besonders schwerer Sonnensturm könnte sogar das Risiko auf einen monatelangen Ausfall des Netzes mit sich bringen und so die Kommunikation zwischen den verschiedenen Kontinenten kappen.