Sind wir bald wehrlos gegen Krankheiten! Medikamente verlieren Ihre Wirksamkeit - Gefahr durch resistente Bakterien steigt bedrohlich an

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Sind wir bald wehrlos gegen Krankheiten! Medikamente verlieren Ihre Wirksamkeit - Gefahr durch resistente Bakterien steigt bedrohlich an

News (2 / 1) 04.09.2022 23:34 / Silia Symbolbild imago


Antimikrobielle Hoffnungsträger wirken nur beschränkt

"Aztreonam-Avibactam ist eine Kombination aus einem älteren Antibiotikum – Aztreonam – mit einem neueren Hemmstoff – Avibactam –, der die Wirksamkeit der Resistenz gegen Carbapeneme aufheben kann und so die Bakterien wieder angreifbar macht“, erklärt Dr. Can Imirzalioglu, Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität am Institut für Medizinische Mikrobiologie und einer der Mitautoren der Studie. Angeblich sollte das Mittel vor allem gegen die gefürchteten Enterobakterien gut wirken, weil dies auf Resistenzmechanismen gewisser Carbapenemase-Enzyme zurückzuführen sei. Experten wissen, dass derartigen cabapenemresistente Keime medizinisch gesehen nur äußerst schwer behandelbar sind. Nun laufen bereits klinische Studien mit dem neuen Medikament, das bisher keine Zulassung hat. Resistenzforscher Prof. Dr. Patrice Nordmann von der Universität Fribourg hat die Wirkung des potenziellen Medikaments nun auf die Probe gestellt. Offenbar mit einem mäßigen Ergebnis."Alarmierend ist hierbei die Tatsache, dass diese Resistenz auch bei Bakterien gefunden wurde, die in Deutschland sehr häufig vorkommende Carbapenemasen tragen. Dadurch werde das Potenzial von Aztreonam-Avibactam als Initialtherapie deutlich eingeschränkt“, äußert sich nun der beteiligte Mediziner Prof. Dr. Trinad Chakraborty.

Genomanalyse erleichtert zukünftige Forschungsprojekte

Trotz dieser ernüchternden Ergebnisse, soll das Forschungsprojekt aber denoch auch positive Aspekte mit sich gebracht haben. Denn wenigstens konnte während der Experimente die Funktionalität genombasierter Überwachungstechniken im Bereich der Keimresistenz unter Beweis gestellt werden. Mit dieser Methode lassen sich jetzt zuverlässige Verfolgungen von Infektionsereignissen anstellen und so bakterielle Resistenzentwicklungen rechtzeitig aufdecken. Durch die internationale digitale Vernetzung können die Daten zukünftig schnell unter den weltweit angesiedelten Experten ausgetauscht werden. In den nächsten Jahren wird also sicherlich weiterhin an der Weiterentwicklung antibiotischer Präparate geforscht. Denn diese ist wichtig um der zunehmenden Ausbreitung resistenter Keime entgegenzuwirken.