Zudem nahm Drosten auch Stellung zu einer Vorhersage des Robert-Koch-Instituts: "Wir werden [laut RKI] gegen Anfang Oktober eine 10-prozentige Kontaktreduktion und gegen Anfang November eine 30-prozentige nochmalige Kontaktreduktion brauchen, angesichts der erwartbaren Lage in den Krankenhäusern", erklärt Drosten die Daten einer aktuellen Vorhersage des Robert Koch-Instituts. "Da schwingt schon deutlich mit, dass durchaus davon ausgegangen wird, dass man nicht ohne weitere Maßnahmen [auskommen wird], die in Deutschland ja relativ schnell in der Öffentlichkeit leichtfertig als Lockdown bezeichnet werden", kündigte Drosten Probleme an. Allerdings gibt Drosten auch zu bedenken, dass im Vergleich zu anderen Ländern eigentlich nie wirklich ein Lockdown in Deutschland stattgefunden habe.
Ein absolutes No-Go ist für den Virologen auch die Idee die Kinder unter 12 Jahren zu durchseuchen. Aus diesem Grund empfiehlt Drosten auch weiterhin die Tests an den Schulen beizubehalten. Die Durchseuchung der jüngeren Kinder sei keine Option: "Das kann man auf keinen Fall machen", verdeutlicht der Virologe. "Man kommt schon zum Ergebnis, es ist nicht so, dass es irgendeinen wissenschaftlichen Beweis dafür gäbe, dass das nicht in nennenswerter Zahl auftritt. Diese Sicherheit bräuchten wir ja, um die Kinder im Prinzip, wenn man das so salopp sagen möchte, freizugeben für eine Durchinfektion", nennt Drosten Gründe für sein Haltung.