Zudem wollte die Polizei wohl auch auf Nummer sicher gehen: "Diese Leute sind extrem gefährlich. Deshalb auch dieses martialische Aufgebot“, verdeutlicht Schneider. "Es gibt immer einen – meistens ein Supporter, der sich noch verdient machen muss – der muss in den Räumlichkeiten immer übernachten, um das Gebäude zu sichern vor Übergriffen. Und damit er die anderen Rocker informieren kann. Und den hat es heute Morgen sehr unsanft aus dem Schlaf geholt, weil das SEK mit dem Panzer dieses Fenster aufgestoßen hat. Dann ist das SEK reingestürmt und er ist aus dem Schlaf gerissen worden, wie er es sich wahrscheinlich auch noch nicht vorstellen konnte", schildert der Bild-Reporter den Ablauf der Razzia im Clubhaus der Hells Angels. Die Razzia steht im Zusammenhang mit einem blutigen und spektakulären Verbrechen eines ermordeten Rockers, der 2014 zerstückelt im Rhein entdeckt worden war. Damals hatte ein Spaziergänger zunächst den
tätowierten Arm eines Hells Angels im Rhein bei Duisburg gefunden. Etwa zwei Monate später hatte man dann auch den Torso von Rocker Kai M. (†32) im Rhein treibend gefunden. Nach 7 Jahren Ermittlungen sind die Fahnder sicher, dass der Mann durch die Hand seiner eigenen Rockerkollegen starb. Diese hatten ihn für einen Polizeispitzel gehalten und ihn dann erschossen, bevor sie seine zerstückelte Leiche in den Rhein geworfen hatten.