Berben: Theoretisch bin ich seit fast fünf Jahren in Rente. Darüber habe ich aber überhaupt nicht nachgedacht. Ich kenne auch in meinem Umfeld kaum jemanden, für den das ein Thema war. Das liegt natürlich daran, dass ich in einem kreativen Beruf arbeite. Kreative Berufe haben mit dem Alter nicht so viel zu tun, denn da findet viel im Kopf statt und es kommt auf die eigene Leidenschaft an. Ich kann aber sehr gut verstehen, dass Menschen, die 40 oder 50 Jahre lang hart gearbeitet haben, nach dem Berufsleben Reisen machen, Bücher lesen oder ins Theater gehen wollen. Trotzdem würde ich immer auch versuchen, nicht allzu viel auf später zu verschieben.
In einem Kapitel im Film geht es darum, "einen Kater loszuwerden". Was hilft Ihnen da persönlich?Berben: Ich habe dann Kopfschmerzen, komme schwer hoch und schwöre - wie alle -, nie wieder einen Tropfen anzurühren. Manchen hilft es vielleicht, etwas Saures oder Scharfes zu essen. Ich bin eher diejenige, die zu Kopfschmerztabletten und sehr viel Wasser greift.
In einer Szene geben Sie Ihrem Filmsohn, gespielt von Trystan Pütter, diesen Erziehungstipp: "Macht dein Kind glücklich!" Würden Sie den unterschreiben?Berben: Das ist ein wunderbarer, großer Satz, finde ich, weil ich weiß, was es bedeutet; ich habe einen 48-jährigen Sohn. Natürlich versucht man als Eltern, als Mutter, seinem Kind alle Möglichkeiten zu eröffnen, damit es ein glücklicher Mensch werden kann. Es muss aber nicht das Glück sein, was man selbst als Glück empfindet - da ist, glaube ich, die große Schwierigkeit daran. Man muss loslassen können und das Kind seinen eigenen Weg suchen lassen. Und auch das Scheitern ist dabei wichtig. Wir alle müssen scheitern, um zu wissen, wie sich das anfühlt. Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Mach dein Kind glücklich, bedeutet: Schafft eine Grundlage, dass es ein glückliches Leben führen kann.
So simpel wie beeindruckend ist die Episode mit der Hühnersuppe. Das Huhn wird geköpft, gerupft, ausgenommen... Wie war das für Sie?Berben: Für Menschen, die in der Stadt leben, mag das überraschend sein. Die Leute, die auf dem Land leben, wissen aber immer noch ganz genau, wie es geht. Ich war früher oft auf dem Land bei meinen Großeltern und kannte es so. Wenn man kein Vegetarier ist, ist genau das nun mal Teil des Lebens. Scheußlich finde ich es dagegen, wenn Tiere in Massen eingesperrt sind und maschinell getötet werden. So wie wir es im Film zeigen, ist es eigentlich der normale und richtige Weg.
Haben Sie schon mal ein Huhn gerupft und ausgenommen?Berben: Das habe ich für den Film zum ersten Mal gemacht.