Überzeugen können sie mit ihrer Idee die Löwen aber nicht. "Was ist in der Kiste für Wunderbares an Inhalten drin, dass das so viel teurer ist?", will Carsten Maschmeyer wissen. Er bewundert am Ende den Mut der Gründer, alles andere sei zu komplex. Georg Kofler ebenso: "Ich sehe den Investment Case nicht, ich bin raus." Dagmar Wöhrl (65) findet den Markt sehr schwierig und ist ebenfalls raus. Einen Deal gibt es für die Gründer nicht, aber alle drücken die Daumen.
Drei Löwen, ein KöderWer beißt beim nächsten Pitch an? Es geht ums Angeln. Apotheker Dr. Christopher Rupp aus Gehrden hat "iCapio" entwickelt, innovative duftende Angelköder. "Fische können 100mal besser riechen als Hunde", erklärt der Gründer. Er will mit kleinen Behältern, gefüllt mit getrockneten Raubfischen, die Fische anlocken. 95.000 Euro will er für 20 Prozent. Der Gründer hat mit seiner Erfindung nicht nur den deutschen, sondern vor allem den amerikanischen Markt im Blick. 60 Millionen Angler gebe es dort, erklärt er.
Ein Argument, das Carsten Maschmeyer durchaus überzeugt. "Ich finde Sie toll, Sie können das Geld haben." Auch Georg Kofler und Ralf Dümmel beißen an. Dümmel bietet Handel, Teleshopping und Expertise: "Ich habe schon mal Angelkoffer verkauft."
Drei Angebote, der Gründer muss sich erst einmal mit seiner Ehefrau beraten und Carsten Maschmeyer fasst zusammen: "Habt ihr euch das vorstellen können, dass wir drei uns mal um Köder streiten?" Er bekommt am Ende den Zuschlag.
Eine Bitte zum SchlussDer nächste Pitch ist gut gegen Löwen-Hunger. Alexander Kirchmaier, Anton Vänska und Tim Schulz stellen "Renjer" vor, den Jerky-Snack aus Skandinavien, hergestellt aus Wildfleisch vom Rentier, Elch und Hirsch. "Besser fürs Klima als Gemüsesorten, die um die halbe Welt geschickt werden." 130.000 Euro benötigen sie, 10 Prozent bieten sie.
Ran ans Fleisch. Die Löwen probieren, nur Vegetarierin Judith Williams (47) begnügt sich mit dem Zuschauen. Carsten Maschmeyer ist nicht zu begeistern: "Meine Familienmitglieder sind vegan, aus persönlichen Gründen bin ich raus." Ralf Dümmel schmeckt's. "Der Markt schreit nach etwas Neuem. Das Problem ist die Firmenbewertung." Er bietet 130.000 und 15 Prozent. Dagmar Wöhrl ist vom Produkt überzeugt, bietet 130.000 für 10 Prozent, auch Frank Thelen (43) will einsteigen, bietet 20 Prozent für 150.000 Euro.
Die Gründer schnappen bei Ralf Dümmel zu. Und Judith Williams hat am Ende noch eine Bitte: "Lasst noch ein paar Elche übrig".