Immer mehr Geimpfte bekommen Corona! Wie sicher ist der Impfschutz wirklich?

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Immer mehr Geimpfte bekommen Corona! Wie sicher ist der Impfschutz wirklich?

News (2 / 1) 26.08.2022 23:36 / Julia Symbolbild imago


Zahlen belegen Schutzwirkungen der Impfungen

Seit dem Beginn der Impfkampagne hatte das Robert-Koch-Institut insgesamt 1.871 Todesfälle in der Altersklasse der 18- bis 59-Jährigen verzeichnet. Allerdings kam es lediglich zu 1 Todesfall einer vollständig geimpften Person in dieser Altersgruppe. "Der einzelne Geimpfte ist gewiss deutlich besser geschützt als ein Nicht-Geimpfter", ist sich Watzl sicher. Auch Experte Sander sieht ein deutlich geringeres Risiko bei den vollständig geimpften Menschen. Trotzdem sei zu beachten, wie lange die jeweiligen Impfungen zurückliegen und ob die geimpften Personen einer Risikogruppe angehören. Zudem scheint auch das Alter bei den Impfdurchbrüchen eine Rolle zu spielen. "Unter den insgesamt 335 Covid-19-Fällen mit Impfdurchbrüchen, die verstorben sind, waren 279 (84 Prozent) 80 Jahre und älter", schreibt das RKI in einem seiner Berichte. Damit spiegele sich auch das generell höhere Sterberisiko in diese Altersgruppe wider. Doch es gibt wohl auch Menschen, die lediglich eine schwache immunität entwickeln. Dies sei laut Watzl vorwiegend bei älteren Menschen und Personen mit einem geschwächtem Immunsystem der Fall. "Diese Personen gelten zwar als geimpft und geschützt, haben aber eigentlich einen geringen bis gar keinen Schutz und ein entsprechendes Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken." Den Anteil solcher sogenannter "Impfversager" schätzt Watzl unter den älteren Menschen auf vermutlich fünf Prozent.

Sicherheitsmaßnahmen sollten weiter eingehalten werden

Zusammenfassend kommt Watzl zu folgender Erkenntnis: "Der einzelne Geimpfte ist gewiss deutlich besser geschützt als ein Nicht-Geimpfter, dieser wiederum kann sich aber nicht mehr darauf verlassen, geschützt zu sein, weil um ihn herum alle geimpft sind." Auch aus diesem Grund warnt Experte Sander davor, dass auch geimpfte Menschen das Virus unter Umständen weitergeben können. "Deswegen sollten auch Geimpfte in bestimmten Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr weiter eine Maske tragen und sich regelmäßig testen lassen, wenn sie in sensiblen Bereichen arbeiten." Sander vermutet, dass die meisten Menschen in Deutschland bis zum Ende des kommenden Jahres wohl mit dem Virus in Kontakt kommen.

"Entweder wir sind dann geimpft, sodass dieser Kontakt wie eine Impfauffrischung wirkt und wir gar nichts oder nur wenig von der Infektion merken, oder wir sind ungeimpft und haben einen Erstkontakt mit dem Virus - und damit das Risiko, schwer zu erkranken", zeichnet Sander zwei mögliche Alternativen der Ansteckung auf.