Bading: Man kann das gar nicht so generalisieren und in dem Film wird es auch nicht aufgelöst. Es gibt nicht den einen bestimmten Grund, warum Jennifer da so hineinschlittert. Ich würde aber schon sagen, dass in der Familie einfach eine gewisse Kühle entstanden ist, sie haben den Kontakt zueinander verloren. Vor allem das Mutter-Kind-Verhältnis ist ziemlich kontrollierend geworden und nicht mehr warm und nah. So hat es sich zumindest für mich angefühlt. Dass sich Jennifer so in das Spiel hineingesteigert hat, liegt aber sicher auch an dem Umzug und dass sie damit ihre beste Freundin verloren hat, der sie sich wirklich anvertrauen konnte.
Irgendwann sperren die Eltern PC und Handy weg. PC in Ordnung, aber ohne Handy? Können Sie sich das vorstellen?Bading: Ich selbst habe, bis ich 17 war, gar kein Handy gehabt, weil ich es nicht wollte. Mittlerweile gehört es aber einfach zu meinem Beruf dazu, dass ich erreichbar bin. Das ist auch wichtig. Generell finde ich es inzwischen aber besser, wenn die Jugendlichen lernen, vernünftig mit diesem Suchtfaktor umzugehen. Wenn jemand das nicht schafft, kann man natürlich zu stärkeren Maßnahmen greifen, aber es ist schon ein wahnsinniger Einschnitt, wenn einem das Handy weggenommen wird. Leider.
An einer Stelle sagt Ihre Figur: "Ich wollte einfach abtauchen in was Schönes". Was machen Sie privat, wenn Sie mal in was Schönes abtauchen wollen?Bading: Ich gehe wahnsinnig gerne ins Kino und tauche in diesen zwei Stunden dann auch total in den Film ein. Aber so richtige Entspannung finde ich eigentlich nur in der Natur. Bei uns gibt es einen kleinen, ganz runden Waldsee. Da ist nur ganz selten jemand. Das ist so ein Ort, an dem ich wirklich im wahrsten Sinne des Wortes in etwas sehr Schönes abtauchen kann.
Was ist Ihr nächstes Projekt?Bading: Dazu darf ich leider noch nichts sagen. Ich kann aber verraten, dass ich im Oktober meinen ersten eigenen Kurzfilm als Regisseurin drehen werde. Das ist für mich ein großer Schritt in eine etwas andere Richtung. Ich bin gespannt, wie es laufen wird. Ich mache alles auf eigene Faust, habe das Drehbuch geschrieben und finanziere den Film von meinem Ersparten. Ich nutze aber auch alle meine Kontakte, um den Film auf die Beine zu stellen. Dabei habe ich allerdings auch gemerkt, wie unglaublich anstrengend der Job des Produzenten ist. Aber es macht auch unheimlich viel Spaß.
Wie wird der Film veröffentlicht und welches Genre ist er?Bading: Wie er veröffentlicht wird, habe ich mir noch nicht so genau überlegt. Vielleicht reiche ich ihn bei einem Festival ein. Ich habe mir ein eigenes Genre ausgedacht - vielleicht gibt es das aber auch schon? Es wird eine Mystery-Comedy!