Thees Uhlmann: Der Erfolg macht ihm Angst

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Thees Uhlmann: Der Erfolg macht ihm Angst

Stars (1 / 1) 28.12.2020 17:01 / Angela Symbolbild imago images/Future Image


"Geile Rockplatten" vs. "sattes Leben"

Er ist Musiker, Sänger, Songwriter, Autor und ja, man kann es so sagen, auch Dichter. Seine Texte sind voller Wortwitz, heiterer Melancholie, dunkler Poesie und mitreißendem Wahnsinn. "Wenn du aufwachst, bin ich lang gegangen. Ich hab' begonnen mit aufhören anzufangen...", singt Thees Uhlmann (45) in seinem Song "Die Nacht war kurz". Auch das wahre Leben sieht der Frontmann der Hamburger Band Tomte ("Buchstaben über der Stadt") nicht durch die rosa Brille.

Erfolg? "Das ist eine reale Angst für mich", sagt Uhlmann in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er habe schon oft erleben müssen, wie fragil Erfolg sein könne: "Es kann ja immer einen Grund geben - ein falscher Satz im Interview, oder das, was ich sage, trifft nicht den Zeitgeist -, dass die Leute sagen: Jetzt kaufe ich nichts von dem, vielleicht in zwei oder drei Platten wieder, aber jetzt nicht!"

Deshalb gehe es für ihn auch darum, "möglichst wenig Geld auszugeben, damit ich das mit meiner Tochter, die jetzt zwölf Jahre alt ist, noch zehn Jahre durchziehen kann. Und eine Weltreise für sie sollte auch noch drin sein".

"Ich habe mich nie für Mode oder Kokain interessiert"

Seine sprichwörtliche Bescheidenheit hat sich der aus dem norddeutschen Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) stammende Künstler hart erarbeitet. Nach dem (abgebrochenen) Lehramtsstudium in Köln und Hamburg und einer Tätigkeit als Altenpfleger stellte sich mit Tomte die ersten Erfolge ein. Dann schrieb er den Roman "Sophie, der Tod und Ich" (Verlag Kiepenheuer & Witsch), eine Geschichte über den Gevatter Tod, die Lust aufs Leben macht. "wir" urteilte: "Wäre das Buch ein Bier, es wäre mit Liebe gebraut." Das Buch wurde ein Bestseller (über 100.000 Exemplare).

Doch seine Bedürfnisse sind nicht mitgewachsen. "Ich habe mich nie für Mode oder Kokain interessiert. Meine Gitarre kostet 1800 Euro, das ist ein normaler Preis für einen Musiker meiner Qualität. Alles andere empfinden meine Mutter und ich als vulgär, und vulgäre Sachen machen wir nicht. Wir sind Protestanten."

Er spart auch nicht, weil das "kein Konzept" sei, "das mir nahe ist. Ich geb' einfach nix aus." Er habe sich dazu entschieden, "ein abgefuckter Typ zu sein. Nicht im Sinne von Drogen oder so was, sondern eher im Sinne von: Alle ja - ich nicht!"

"Geile Rockplatten" vs. "sattes Leben"