Nein, muss man wirklich nicht gesehen haben. Einmal mehr tappen die "Tatort"-Macher in eine altbekannte Falle und überzeichnen ihre Figuren. Allen voran die Rolle des Ali Kaymaz (verkörpert von Gregor Bloéb), der gemeinsam mit seinen aufgepumpten Schrauber-Kollegen so dermaßen klischeebeladen dargestellt ist, dass man aus dem Kopfschütteln kaum mehr rauskommt. Ebenso die Optik der Klinik und das Verhalten der dortigen Sekretärin ist deutlich überzogen und wenig bis überhaupt nicht glaubhaft.
Rühmliche Ausnahme: Sebastian Bezzel, der eine eigentlich ebenfalls komplett überdreht angelegte Rolle - der unkonventionelle, Cola-trinkende, Festivalbändchen-tragende, hochdekorierte Superarzt als Leiter einer Future-Klinik - bodenständig verkörpert und den ganzen Film deutlich aufwertet. Da kann man doch schon ein wenig melancholisch werden, und dem abgesetzten Konstanz-"Tatort" mit Bezzel hinterhertrauern. Für "Maleficius" gilt dennoch hingegen: Man kann seinen Sonntagabend getrost anderweitig verbringen.