"Tatort: Falscher Hase": So gut ist der Frankfurt-Krimi

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"Tatort: Falscher Hase": So gut ist der Frankfurt-Krimi

Stars (2 / 1) 28.12.2020 16:57 / Angela Symbolbild HR / Bettina Müller


Lohnt sich das Einschalten?

Die Grundidee von "Falscher Hase" ist eigentlich ganz reizend, denn als Zuschauer sympathisiert man mit dem naiven Bonnie-und-Clyde-Duo, das die Lohmanns abgeben. Ihre Liebe ist echt, das bleibt auch den beiden Kommissaren nicht verborgen. Sie handeln zudem aus einem scheinbar ehrbaren, mindestens aber nachvollziehbaren, Motiv heraus: die Rettung der Firma und mit ihr der an ihr hängenden Arbeitsplätze.

Allerdings ist "Falscher Hase" arg überfrachtet mit verschiedenen Figuren. Da sind der Lagermeister und sein Kumpel Sahni (Ronald Kukulies, 47), die ihrerseits die Metalle über den zwielichtigen Rick (Friedrich Mücke, 38) verkaufen wollen. Rick hat einen noch zwielichtigeren Bruder Guy (Werner Daehn, 51), der hat eine skrupellose Frau Anouk (Johanna Wokalek, 44) und dann sind da auch noch ein paar ganz zwielichtige Russen.

Knapp die Hälfte der Figuren lernt der Zuschauer erst ab der Hälfte des Films kennen, kurz darauf sind einige davon auch schon wieder tot. Die Folge: Keine der Figuren kann wirklichen Tiefgang entwickeln. Das ist schade, vor allem wenn man sich die Besetzung dieses "Tatort" ansieht.

Aus dem unüberschaubaren Beziehungsgeflecht, das "Falscher Hase" entspinnt, sticht lediglich die Beziehung der Lohmanns hervor, denen man als Zuschauer bis zum Schluss wünscht, sie mögen ihre Liebe trotz ihrer Taten in Frieden ausleben dürfen. So ist der Auftakt-"Tatort" weniger ein spannender Krimi, als vielmehr eine mit Figuren überfrachtete Liebesgeschichte geworden, die zwar nicht langweilt, aber leider auch nicht richtig in ihren Bann zu ziehen vermag. Und mal ehrlich: Wer will Anfang September schon daran erinnert werden, dass es demnächst wieder kalt wird?