Das nervt an Staffel drei von "Tote Mädchen lügen nicht"

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Das nervt an Staffel drei von "Tote Mädchen lügen nicht"

Stars (2 / 1) 28.12.2020 16:56 / Julia Symbolbild David Moir/Netflix


Weitere Kritikpunkte

Doch nicht nur Ani hinterlässt in Staffel drei einen faden Beigeschmack. Der permanente Zeitenwechsel in den Folgen kann leicht verwirren. Befinden wir uns in der Gegenwart oder in der Vergangenheit? Es geht rasant hin und her, was es zuweilen schwer macht, dem Erzählfluss überhaupt zu folgen. In den Staffeln zuvor war dies klarer getrennt.

Der Tod von Bryce Walker war ein cleverer Schachzug. Aber war es nötig dem vor Gericht milde davongekommenen Vergewaltiger plötzlich menscheln zu lassen? Die für Bryce aufkommende Sympathie mag am schauspielerischen Talent von Justin Prentice (25) liegen, doch sein Ausbruch, dass er sich ändern wolle, ihn aber keiner lasse, ist doch irgendwie zu viel des Guten. Kann jemand wie Bryce, der bisher als skrupellos, kaltherzig und gewalttätig dargestellt wurde, durch die Zuneigung eines bestimmten Mädchens plötzlich ein besserer Mensch werden? Eine gewagte Darstellung, auch wenn Bryce sich nicht rehabilitiert.

Bryces Tod hat zudem zur Folge, dass die dritte Staffel mehr zur Krimiserie wird. Ani und Clay suchen verbissen nach seinem Mörder bzw. seiner Mörderin. Clay lässt sich förmlich von Ani anstacheln, da wird jeder verdächtigt, jeder noch so kleine Hinweis verfolgt. Das passt irgendwie nicht, denn Mord ist ein etwas anderes Kaliber für Teenager.

"Tote Mädchen lügen nicht" polarisiert und das wird so bleiben. Staffel eins bleibt weiterhin die stärkste, vielleicht kann die finale, vierte Staffel das Ruder wieder herumreißen.