Trotzdem scheint eine 3. Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff nicht zwingend notwendig zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Oxford-Universität, die auch an der Entwicklung des AstraZeneca-Imopfstoffs beteiligt war. Nun wurden dort auch Untersuchungen zwecks einer dritten Astrazeneca-Dosis untersucht. Die Ergebnisse wurden gerade erst in einem Preprint veröffentlicht.
"Eine dritte Dosis, die mehr als sechs Monate nach der zweiten Dosis verabreicht wird, führt zu einem erheblichen Anstieg der Antikörper und bewirkt eine starke Verstärkung der Immunantwort gegen SARS-CoV-2, einschließlich der Varianten", teilte die renommierte englische Universität vor gut einer Woche mit. Aus diesem Grund sehen viele Experten eine 3. Impfung mit AstraZeneca für eine gute Option in den ärmeren Ländern an. Denn während die mRNA-Impfstoffe mit Preisen von 15 bis 19 Euro relativ teuer sind, kostet jede Dosis von AstraZeneca lediglich 1,80 Euro.
Ein Spezialfall ist dann der Impfstoff von Johnson&Johnson. Bei diesem Vektor-Impfstoff war nur 1 Dosis notwendig, um einen vollständigen Schutz zu erzielen. Bisher gibt es allerdings nur sehr wenige Studien, wie hoch die Schutzwirkung gegen die aktuell dominierende Delta-Variante wirklich ist. Der Hersteller selbst spricht auch gegen diese Mutation von einer starke Immunantwort. Nach einer Vorab-Studie sei die Bildung von Antikörpern etwa 1,6 Mal geringer als bei der ursprünglichen Variante des Virus. Allerdings wurde für diese Studie lediglich das Blut von acht Studienteilnehmern analysiert. Die New Yorker NYU Grossman School of Medicine kommt allerdings zu einem deutlich unterschiedlichen Ergebnis. Dort verglichen Wissenschaftler insgesamt 17 Blutproben miteinander, von denen zehn Proben von Personen stammten, die den Wirkstoff von Johnson&Johnson erhalten hatten und 7 Personen, die mit einem mRNA-Impfstoff geimpft worden waren. Die Antikörper-Bildung sei beim Vektor-Impfstoff im Kampf gegen die Delta-Variante 6,4 Mal geringer, während er bei den mRNA-Vakzinen nur um das 3,3-fache reduziert war. Anhand der Studienergebnisse könnte auch eine Auffrischungsimpfung für Menschen, die mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson geimpft worden sind, bereits im Herbst zu Debatte stehen.