"Wer wird Millionär?": Darum schaltet Leon Windscheid nicht mehr ein

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"Wer wird Millionär?": Darum schaltet Leon Windscheid nicht mehr ein

Stars (1 / 1) 28.12.2020 16:55 / Julia Symbolbild TVNOW / Frank Hempel


So ging es nach dem Sieg für ihn weiter

Am 3. September 1999 feierte die beliebte Quizshow "Wer wird Millionär?" bei RTL Premiere. Elf Kandidaten konnten in den vergangenen 20 Jahren in den regulären Folgen die Million abräumen. Zuletzt gelang Leon Windscheid (30) dieses Kunststück. Er konnte im Dezember 2015 die Millionenfrage richtig beantworten. Heute arbeitet der 30-Jährige als Psychologe, Autor, Wissenschaftler, Redner und Jungunternehmer. Er schrieb unter anderem das Buch "Das Geheimnis der Psyche - Wie man bei Günther Jauch eine Million gewinnt und andere Wege, die Nerven zu behalten".

Seine Million investierte er nur kurz nach seinem Sieg unter anderem in das Event-Schiff MS Günther. Moderator Günther Jauch (63) stand Pate. Nicht die einzige Verbindung, die zwischen beiden bis heute noch besteht. In Windscheids Zuhause hängt immer noch Jauchs Anzug. Was der 30-Jährige damit vorhat und warum er "Wer wird Millionär?" mittlerweile nicht mehr anschauen kann, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Sie sind der letzte Kandidat, der bei "WWM" eine Million abgeräumt hat. Warum hat es seit vier Jahren keiner mehr geschafft?

Leon Windscheid: Die Fragen sollten wieder einfacher werden. Ich glaube, das ist die einzige Lösung (lacht). Ich habe mich damals drei Monate lang auf die Sendung vorbereitet. Sieben Tage die Woche, zehn Stunden täglich. Ich habe heute noch die Bücherkisten zuhause, mit denen ich gelernt habe. Das tatsächliche Wissen ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was man für den Erfolg braucht. Ich würde sagen: 20 Prozent Wissen, 60 Prozent Glück und der Rest die Chemie mit Günther Jauch - da kam bei mir einfach alles zusammen.

Finden Sie denn tatsächlich, dass die Fragen in den letzten Jahren schwieriger geworden sind?

Windscheid: Ich muss gestehen, dass ich die Sendung nicht mehr verfolge. Ich war noch zwei- oder dreimal eingeladen, aber privat schalte ich nicht mehr ein. Es ist irgendwie etwas ganz anderes, seitdem ich da war. Ich war früher ein großer Fan und bin es natürlich noch. Aber ich kann es nicht mehr gucken. Ich glaube, es ist ein bisschen so, wie wenn der Täter zu seinem Tatort zurückkehren würde. Deshalb kann ich die Schwierigkeit der Fragen nicht beurteilen.

Sind Sie noch in Kontakt mit Günther Jauch?

Windscheid: Nein, aber wenn wir uns bei Specials sehen, ist es immer unheimlich nett. Er ist dann sehr freundlich, sehr interessiert und wir haben immer gute Gespräche. Aber darüber hinaus nicht, nein.

Sie haben nach der Show Jauchs Anzug inklusive Krawatte bekommen, was ist damit passiert?

Windscheid: Ich habe die Krawatte für einen karitativen Zweck versteigern wollen, allerdings wurde nicht genug geboten, da habe ich sie am Ende für 1.000 Euro zurückersteigert. Den Anzug habe ich tatsächlich noch, der hängt bei mir zuhause im Schrank. Ich frage mich die ganze Zeit, wo und wie ich den mal einem größeren Publikum vorstellen könnte, um den zu versteigern. Vielleicht bringe ich den einfach mit zum Jubiläum.

Sie haben Ihre Million bereits kurz nach dem Sieg ausgegeben, bereuen Sie das?

Windscheid: Nein, das habe ich nie bereut. Obwohl es anfangs viele Rückschläge und Schwierigkeiten mit dem Boot gab. Das Geld hat mir vor allem die Angst davor genommen, mich selbstständig zu machen. Ich bin bis heute dankbar dafür, dass ich mich diesen Schritt getraut habe. Ich hatte nie den Gedanken, dass ich das lieber nicht gemacht hätte. Ich bin froh, dass ich durch dieses Geld genug Mut gefunden habe, das zu machen, was sich schließlich als Traum entpuppt hat.

Wie läuft denn Ihr Event-Schiff MS Günther?

Windscheid: Es läuft wirklich wahnsinnig gut. Wir haben Reservierungen bis 2023 und fast alle Fahrten sind immer ausverkauft. Ganz fantastisch.