Existiert eine Provinz Brandenburg? Gibt es wirklich Menschen, die die deutschen Grenzen nicht anerkennen? Ist ein handschriftliches Testament ohne notarielle Beglaubigung überhaupt rechtskräftig? Und ist der Besitz von fünf Gramm Cannabis strafbar? Die Fragen, die der "Polizeiruf 110: Heimatliebe" am Sonntagabend aufwirft, werden hier beantwortet.
Gibt es wirklich Menschen, die den deutschen Staat nicht anerkennen?Ja, die gibt es tatsächlich. Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz werden unter der "Reichsbürgerbewegung" die Menschen zusammengefasst, welche die Existenz der Bundesrepublik Deutschland als souveränen Staat bestreiten. Für sie gelten die Grenzen Deutschlands von 1937. Sie lehnen die Rechtsordnung ab, weshalb sie sich auch weigern, Steuern zu bezahlen. Auch Verwaltungsentscheidungen, wie die im "Polizeiruf 110" gezeigte Pfändung des Autos, erkennen sie nicht an. Ebenfalls real: Fantasie-Ausweise, die Reichsbürger oftmals bei sich tragen. Auch die Änderung von Kfz-Kennzeichen gehört zum Teil zu ihren Maschen.
Existiert eine Provinz Brandenburg?Ja und Nein. Die Provinz Brandenburg war eine Provinz des Freistaats Preußen bis 1934. Danach wurde sie Teil des dritten Reichs - bis sie schließlich 1947 im Zuge der Auflösung Preußens zerfiel. Die frühere Provinz erstreckt sich über Teile Brandenburgs, Berlins und Polens. Laut dem Leiter der Polizeiabteilung im Brandenburger Innenministerium gibt es dort tatsächlich Reichsbürger. Allerdings sind diese eher Einzelpersonen und nicht in Gruppen organisiert. Ob sie eine Provinz Brandenburg gegründet haben, ist nicht bekannt.