Kein Wunder, dass auch die Politik besorgt auf diese Zahlen reagiert. So twitterte Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU): Die Zahl der bisher voll- und teilweise geimpften Deutschen sei gut, "aber es reicht noch nicht für einen sicheren Herbst und Winter“. Zuletzt war durchgesickert, dass die Bundesregierung es in der Zukunft den ungeimpften Menschen schwerer machen will. So sollen diese Menschen ab einem bestimmten Inzidenzwert keine Restaurants mehr besuchen und nicht an Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Selbst ein negativer Test soll dies dann nicht ermöglichen. Vielleicht gibt die drohende Verschärfung der Maßnahmen dann den Ausschlag, dass sich der eine oder andere Impfgegner doch noch zur Impfung entschließt. Unterdessen versuchen einzelne Städte die Bürger mit Anreizen zu ködern. In Nürberg erhielten die Menschen in einem Impfbus am Hauptmarkt einen 2-Euro-Gutschein für die anliegenden Stände. Genug um sich nach der Impfung einen Gratis-Kaffee zu leisten. Und das Rezept hatte Erfolg. 139 Impfdosen wurden verbreicht, davon 118 der Einmalimpfungen von Johnson&Johnson. "Wir waren überrascht, dass es so gut angenommen wurde“, erklärte die Leiterin des Impfzentrums, Christine Schüssler.
In Thüringen hingegen hatte Ende Juni offenbar eine Gratis-Bratwurst für einen deutlichen Ansturm auf die Corona-Impfungen gesorgt. Dort wurden in einer Gemeinde in Südthüringen eine Thüringer Bratwurst an alle Impfwilligen verteilt. Nachdem dort normalerweise im Schnitt 140 Menschen geimpft werden, waren es mit dem Anreiz der Bratwurst immerhin 250 Impfungen. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) findet die "Bratwurst-Impfung“ eine gute Idee und twitterte unter dem Hashtag #Bratwurst: "Wir müssen die Impfung jetzt an die Leute bringen und so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich davon überzeugen, sich impfen zu lassen. Lebensnahe Angebote gehören dazu.“ Trotzdem stieß das Angebot auch auf Kritik.
"Dass sich Erwachsene nicht ein bisschen komisch vorkommen, wenn man ihnen eine #Bratwurst vorhalten muss, damit sie sich impfen lassen. Mitten in der Pandemie einen auf dekadente Spaßgesellschaft machen … finde es echt nicht lustig“, antwortete die CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert (46) umgehend und forderte die Menschen auf sich einfach impfen zu lassen.