Auch die Gesellschaft insgesamt würde durch eine hohe Impfquote profitieren, da Beschränkungen zurückgenommen werden könnten: "Je mehr geimpft sind, desto freier werden wir wieder sein."
Merkel bekundete ihre Sympathie für niedrigschwellige Impfangebote. "Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt", sagte die Kanzlerin. Sie verwies auf Aktionen etwa bei Moscheen und Kirchen oder "verschiedenen Anlässen".
"Die Pandemie ist nicht vorbei", mahnte die Kanzlerin zugleich. Das gelte trotz der Fortschritte beim Impfen und der derzeit nicht drohenden Überlastung des Gesundheitswesens. Die Abstands- und Hygieneregeln müssten weiter eingehalten werden.
Mit Blick auf die Pläne der Regierung, zur Beurteilung der Pandemielage künftig verschiedene Faktoren hinzuziehen, sagte sie: "Man kann heute mit höheren Inzidenzen leben, ohne dass das Gesundheitswesen überfordert wird." Aber aus der Inzidenz ließen sich Erkenntnisse über die Wirkung von Varianten ableiten. Die Bundesregierung will bei der Beurteilung der Corona-Lage künftig stärker die Hospitalisierung von Corona-Patienten berücksichtigen.
Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. Es sei ein "Gebot der Vernunft, sich impfen zu lassen", sagte der Gesundheitsminister. Dann brauche es auch keine zusätzlichen Tests und in den seltensten Fällen eine Quarantäne. Nach Überzeugung von RKI-Präsident Lothar Wieler gibt es auch aus wissenschaftlicher Sicht keinen Grund für eine Pflicht. "Wir haben eine sehr hohe Impfbereitschaft", sagte er auf der Pressekonferenz. Aber: "Es muss uns gelingen, die Impfung zu den Menschen zu bringen."