Vor allem unter den jungen Erwachsenen sieht Söder gute Chancen mit weiteren Öffnungsschritte einen zusätzlichen Impfanreiz zu schaffen. "Je mehr junge Leute geimpft sind, und zwar zweifach, desto leichter können wir zum Beispiel auch bestimmte Angebote wie Clubs oder Diskotheken wieder in Erwägung ziehen“, verdeutlicht Söder. Die Idee von finanziellen Anreizen für eine Impfung lehnt Söder genauso ab, wie eine formale Corona-Impfpflicht. Allerdings bringt nun ein Mitglied des Deutschen Ethikrats eine Impfpflicht für Lehrer ins Spiel. Hintergrund dieser Forderungen sind die Planungen für die Zeit nach den Sommerferien. Schulschließungen wegen des Coronavirus sollen dann nämlich ausgeschlossen werden. "Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen“, fordert der Humangenetiker Wolfram Henn (60). "Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung“, erklärt Henn seine Forderung gegenüber der „Rheinischen Post“. Kinder seien zwar nur in geringem Umfang von einem schweren Verlauf der Infektion betroffen, doch man müsse laut Henn immer damit rechnen, dass die Kinder das Virus dann in der eigenen Familie verbreiten. Zur Zeik sei es zum Beispiel nicht möglich, Krebspatienten wegen deren Therapien zu impfen. Aus diesem Grund müsste man diese Menschen mit einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen schützen, fordert Henn, der ebenfalls eine
allgemeine Impfpflicht ablehnt. Von Seiten der Politik hofft man, dass das kommende Schuljahr hoffentlich vollständig im Präsenzunterricht stattfinden kann.