Der Bericht des RKI stößt sowohl in der Politik als auch bei den medizinischen Experten auf Zustimmung. Der CDU-Politiker Friedrich Merz siegt in dem Bericht "die langersehnte Wende für uns alle“ und verdeutlicht, dass damit der "kollektive Entzug von Grudrechten für die gesamte Bevölkerung" nicht mehr möglich sei. "Der Schulunterricht, Kindergärten, der Unterricht an Universitäten in Präsenz finden ab dem Herbst definitiv wieder statt!“, fordert Merz nun klare Zusagen an die jungen Leute. Der Bremer Bürgermeister
Andreas Bovenschulte (55, SPD) kann sich vorstellen, dass im Herbst auch wieder höhere Infektionszahlen auftreten, doch dies sei nicht entscheidend: "Die können bei einer Impfquote von 70 % oder 75 % nicht genauso bewertet werden wie bei einer Impfquote von 0 %, wie das im letzten Jahr war“, verdeutlicht Bovenschulte. Allerdings ist dem Politiker auch klar: "Wenn die Zahlen steigen, steigt auch der politische Druck.“ Andreas Gassen (59), der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), fordert auf künftig nicht mehr in Inzidenz-Panik zu verfallen: Gassen ist sicher, dass es im Herbst "viele positive Befunde" geben werde, aber trotzdem wenig Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden müssen. In diese Hinsicht sieht Gassen die Lage "sehr gelassen“.