Während sich diePolitik weitgehend uneinig ist, warnen Experten bereits jetzt vor zukünftige Probleme durch die Delta-Variante. Worte, die bei Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow offenbar ungehört verhallen. "Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen", erklärte Ramelow bereits vor einigen Tagen gegenüber der Tageszeitung "Rheinische Post". Wenigstens schränkte Ramelow dann aber ein, dass der Staat Vorsorge treffen müsse, damit die Infektionszahlen nicht wieder ansteigen. Einer der Vorschläge von Mecklenburg-Vorpommern Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zielt darauf ab bundeseinheitliche Regelungen sowohl für Großveranstaltungen als auch für Reisen aufzustellen. Konkrete Maßnahmen wurden bisher allerdings nicht getroffen. Dabei sind die Effekte der Delta-Variante nicht zu unterschätzen, die in mehreren Länder bereits wieder für eine deutliche Erhöhung der Infektionszahlen gesorgt haben. Und das trotz des schönen Wetters, das die Menschen mehr Zeit im Freien verbringen lässt und die Ansteckungsgefahr im Vergleich zum Aufenthalt in Innenräumen deutlich sinken lässt.
Ein weiteres Problem mit der Delta-Variante liegt in den Symptome der Erkrankung begründet. Diese ähneln nun immer mehr einem grippalen Infekt, so dass eine rechtzeitige Diagnose sich schwieriger gestaltet. Zudem zeichnet sich nun ab, dass immer mehr Bundesbürger damit beginne ihre Zweitimpfungen zu schwänzen. Unter diesen Umständen kann man bereits fest damit rechnen, dass die Infektionszahlen, wie in vielen Ländern Europas auch, in Deutschland wieder ansteigen werden. "Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Deltavariante bekommen werden", erklärte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Lauterbach sagt bereits jetzt für den Herbst neue Probleme voraus. Denn offenbar sind nur mit 2 Impfdosen geimpfte Personen vor der ansteckenden Delta-Variante geschützt. Außerdem scheint die Delta-Variante auch bei Kindern mitunter schwere Verläufe der Erkrankung auszulösen. "Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit", warnt Lauterbach. Man darf jedoch gespannt sein, ob von Seiten der Politiker diesmal Vorsorge für die drohende Gefahr getroffen werden wird, oder ob Deutschland erneut sehenden Augens in die Katastrophe läuft.