Zuletzt hatte auch eine Brandenburger Ärztin ein polemisches Foto getwittert, auf dem ungenutzter Impfspritzen zu sehen waren: "Wir haben zum ersten Mal einen Mangel an Menschen zum Impfen. Der Goldstaub, da liegt er“, schreibt die Ärztin als Text unter das Foto. Es gibt zudem erste Berichte, wonach in Arztpraxen gar Impfstoff vernichtet werden muss. Außerdem moniert der rheinland-pfälzische Kassenärzte-Chef Peter Heinz (66): "Die Politik hat es verpasst, frühzeitig Anreize zu setzen, etwa mehr Freiheiten für vollständig Geimpfte. So wie es jetzt aussieht, werden wir bei einer Impfquote von 60, 65 Prozent stehen bleiben.“ SPD-Politikerin Franziska Giffey (43, SPD) schlägt ebenfalls vor über Anreize nachzudenken, um die Menschen zu einer Impfung zu überreden: "Wir sollten Anreizmethoden wie in Amerika überdenken – zum Beispiel mit Freikarten für Museen, Konzerte oder Sportveranstaltungen.“
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) will den jetzt verfügbaren Impfstoff dazu nutzen, mit den Impfungen von Schülern zu beginnen, um diese gegen die gefährliche Delta-Variante zu schützen. "Das wirksamste Mittel gegen die Delta-Variante ist die Schülerimpfung. Gerade in den jüngeren Altersgruppen sind die Inzidenzzahlen am höchsten.“ Aus diesem Grund forderte auch Söder wie zuvor bereits SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Stiko (Ständige Impfkommission) dazu auf, noch einmal über eine generelle Impfempfehlung für Jugendliche nachzudenken. "Wir erhöhen damit nicht nur den Schutz für uns alle, sondern geben einer Generation, die auf vieles verzichten musste, wieder mehr Freiheiten zurück. Daher werden wir in Bayern in dieser Woche auch mit dem Impfen der Abschlussklassen beginnen. Bundesweit müssen wir schnell und gezielt in den Schulen impfen, sobald die Empfehlung der Stiko vorliegt“, schlägt Söder vor. Ein Hausarzt in Neu-Ulm setzt die Impfungen von Kindern bereits in seiner Praxis um. Am Freitag impfte
Hausarzt Christian Kröner (39) insgesamt 111 Kinder und Jugendliche gegen Corona. "Ich impfe alle Kinder ab 12 Jahren, wenn sie und ihre Eltern das wollen. Familien stehen Schlange vor meiner Praxis. Ich finde es falsch, dass die Ständige Impfkommission die Impfung nur für Kinder ab 12 Jahren mit Vorerkrankungen empfiehlt. Denn die grassierende Delta-Variante birgt die große Gefahr, dass sich mehr Kinder infizieren und auch schwerer erkranken“, zeigt sich Kröner klar dafür Kinder und Jugendliche zu impfen.