In den ersten Bundesländer sind die Sommerferien bereits gestartet und die Urlaubssaison hat begonnen, Doch in vielen Ländern Europas steigen die Infektionen durch die Delta-Variante des Coronavirus wieder an. Damit sich das Virus nicht durch Urlaubsrückkehrer weiter in Deutschland ausbreitet, fordern zahlreiche Politiker nun eine Quarantäne nach dem Urlaub und eine doppelte Testung der Reisenden nach ihrer Rückkehr.
Wie jetzt bekannt wird, plädieren die Ministerpräsidenten von Berlin, Hamburg und Niedersachsen für eine deutlichen Verschärfung der Einreiseregeln nach Deutschland. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der zur Zeit die Funktion des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) inne hat, erklärte im ZDF, dass er sich für strengere Test-Vorgaben für Urlaubs-Rückkehrer nach Deutschland einsetzen werde. "Diese Stichproben reichen nicht, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden", kritisiert der SPD-Politiker. Stattdessen fordert Müller flächendeckende Kontrollen. "Sie können schon bei der Anreise kontrollieren, wer hat den entsprechenden negativen Testnachweis. Und dann hier nach einer bestimmten Quarantänezeit auch mit einem erneuten Test gegenchecken, dass man auch wirklich negativ ist", schlägt Müller vor. "Es ist schön, wenn die Menschen Urlaub machen können, aber wir wollen die Gefahren ja nicht zurückbekommen hier nach Deutschland", erklärt Müller die Motive für seine Forderungen.
Weil sich die hochansteckende Delta-Variante auch in Deutschland immer mehr durchsetzt, hatte sich auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher von der SPD für die deutliche Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung ausgesprochen. Nach Tschentschers Auffassung sei diese in einigen Punkten zu lax, wie Tschentscher gegenüber der Tageszeitung "Welt" angegeben hatte. "Bei Einreisen aus Risikogebieten reicht derzeit ein einmaliger einfacher Antigen-Test, um Quarantäne zu vermeiden. Das ist zu unsicher", stellte Tschentscher klar. Deshalb plädiert Tschentscher nun dafür, dass alle ungeimpften Reiserückkehrer aus Gegenden, die als Risikogebiete oder Hochinzidenzgebiete ausgewiesen sind, grundsätzlich in Quarantäne gehen müssen. Allerdings soll die Quarantäne dann nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen PCR-Test aufgehoben werden können. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch der niedersächsiche Ministerpräsident Stephan Weil. "Ich plädiere für eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrenden, die noch nicht vollständig geimpft sind", ließ der niedersächsische Ministerpräsident verlauten. "Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen", ist sich Weil sicher.