Jede Woche träumen Millionen Deutsche vom ganz großen Glück. Der sprichwörtliche „Sechser“ im Lotto soll endlich all die Dinge bringen, die man sich so sehr wünscht: Haus, Auto, alle Rechnungen bezahlt und frei von Sorgen und Nöten. Nicht nur der normale Bürger träumt davon, sondern auch viele Prominente im Land. Denn wer prominent ist, muss noch lange nicht reich sein. Oder er war reich und hat alles verloren.
Schlagzeilen haben indes nicht nur prominente Pleiten gemacht, sondern auch Stars wie Fernsehkoch Steffen Henssler, der sich mit einem Lotto-Gewinn von 44.000 D-Mark den Traum vom Besuch einer Sushi-Schule erfüllen konnte. Es gibt sie also, diese glücklichen Zufälle, die von heute auf Morgen das Leben komplett verändern können.
Das funktioniert indes auch umgekehrt. Viel Geld zu besitzen ist keine Garantie für lebenslange Sorglosigkeit und Glück. Das musste jetzt sogar die englische Königin erfahren. Einige Stars können ebenfalls ein Lied davon singen. Boris Becker ist wohl das bekannteste Beispiel. Die einstige Tennis- und TV-Legende machte erst kürzlich Schlagzeilen durch ein Insolvenzverfahren vor einem Londoner Gericht. 17 Millionen Euro Schulden soll beispielsweise auch Franjo Poth, der Ehemann von Verena Poth, angehäuft haben. Und Schlagersänger Roberto Blanko musste ebenfalls vor Gericht seine prekäre Finanzsituation offenlegen. Meist wird von „unverschuldet in diese Situation geraten“ gesprochen, auch wenn diese Promis schlicht denselben Fehler gemacht haben, wie so viele andere Schuldner auch: Sie haben über ihre Verhältnisse gelebt.
Zum 1. Oktober 2020 betrug die Überschuldungsquote in Deutschland 9,87 Prozent. 6,85 Millionen Bürger über 18 Jahre gelten als überschuldet. Von Überschuldung spricht man, wenn das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Wer nur „Schulden“ hat, ist also nicht zwangsläufig überschuldet. Zins und Zinseszins, Gebühren und sonstige Kosten aber machen aus einer Verschuldung schnell eine Überschuldung. Man ist in die berühmte Schuldenfalle geraten. Gründe gibt es viele: Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall, Scheidung, gescheiterte Selbstständigkeit und nicht zuletzt eine unwirtschaftliche Haushaltsführung. In fast 16 Prozent aller Fälle resultiert die Überschuldung aus diesem mehr oder minder unbeschwerten Umgang mit Einnahmen und Ausgaben.
Dabei werden die Fixkosten nicht genau berechnet, das verfügbare Einkommen schön gerechnet, im Supermarkt doch mehr eingekauft als geplant. Das gute alte Haushaltsbuch, in dem alle Einnahmen und Ausgaben übersichtlich eingetragen werden, kann hier eine wertvolle Hilfe sein. So hat man die aktuelle Finanzlage jederzeit im Blick und findet vor allen Dingen die wahren Löcher in der Haushaltskasse. Ob man sich für ein klassisches Haushaltsbuch in Papierform oder die digitale Variante entscheidet, ist letztlich Geschmackssache. Hauptsache es werden alle Ausgaben penibel erfasst, auch der Coffee-to-Go auf dem Weg zur Arbeit oder das belegte Brötchen zur Mittagszeit. Dazu bietet sich ein Haushaltsbuch auf dem Smartphone an. Das haben die meisten Zeitgenossen immer bei sich und die Beträge können gleich an Ort und Stelle eingetragen werden. So wird nichts vergessen.
Wer seine Einnahmen und Ausgaben derart überwacht, kann getrost auf den großen Lotto-Gewinn warten. Wenn es diese Woche nicht funktioniert, ist das nicht schlimm, es gibt ja schon bald die nächste Chance.