Großrazzia mit Panzer - Polizei geht gegen Al-Zein-Clan vor - Behörden wollen den Clan zerschlagen

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Großrazzia mit Panzer - Polizei geht gegen Al-Zein-Clan vor - Behörden wollen den Clan zerschlagen

Blaulicht (2 / 1) 08.06.2022 23:34 / Angela Symbolbild imago


Bei der Aktion in Leverkusen waren insgesamt 4 Haftbefehle vollstreckt worden. Außerdem lag wohl ein gültiger Vollstreckungsbeschluss über eine Summe von 800.000 Euro vor. Da die Verdächtigen diese Summe mit Straftaten verdient hatten, war es den Beamten erlaubt Wertgegenstände und Bargeld in dieser Höhe zu beschlagnahmen. Nach Angaben des NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) war die Razzia ein voller Erfolg. Reul sprach nach der Aktion von einem "Schlag gegen die erste Liga“. "Der 46-jährige Hauptbeschuldigte ist einer der Top Leute des Clans. Noch heute werden unsere Mitarbeiter ihn aus dem Grundbuch der Villa austragen und den Staat eintragen. Das Haus wird ihm nicht mehr gehören", kündigte Reul an. Die Behörden haben dem Clan nun offenbar den Kampf angesagt. "Wir überlassen NRW nicht den kriminellen Clans. In den letzten Wochen gelang es uns, die DNA der Clans zu entschlüsseln. Heute ist ein guter Tag im Kampf der Polizei gegen die Kriminellen“, verkündete Reul in einer einberufenen Pressekonferenz am Dienstagmittag. Die Aktion diente zur Festnahme der kriminellen Mitglieder des Clans des selbst ernannten "Paten von Berlin“ Mahmoud Al-Zein (54). Dieser musste am 29. Januar bereits aus Deutschland ausreisen, weil er sonst abgeschoben worden wäre. Wie die türkischen Behörden mittlerweile festgestellt haben, heißt der Clan-Boss eigentlich Mahmut Uca. Dieser war bereits vor über 30 Jahren aufgefordert worden Deutschland zu verlassen. Der erste Abschiebebescheid gegen den Mann existiert seit dem 29. Juli 1988. Doch ein Zusammenspiel aus Behördenversagen, guten Anwälten und der ungeklärten Staatszugehörigkeit hatten eine Abschiebung über Jahrzehnte verhindert.

Clan-Chef ist mehrfach vorbestraft

Für den augenblicklich in der Türkei befindlichen Al-Zein gilt eine sechsmonatige Wiedereinreisesperre nach Deutschland. Der Mann ist

mehrfach vorbestraft. Zu den Verbrachen von Al-Zein zählen unter anderem gefährlicher Körperverletzung, Drogenhandel, Widerstands, Bedrohung, Einfuhr von Kokain und räuberischer Diebstahl. Insgesamt saß Al-Zein zwischen 1985 und 2008 insgesamt acht Jahre in Haft und war 4 Mal verurteilt worden. Die heute durchgeführte Razzia sollte unter anderem dazu dienen den Nachfolgern von Al-Zein die Grundlagen für ihre kriminellen Geschäfte zu entziehen. Zudem ist es ein Ziel der Behörden zu verhindern, dass Al-Zein sich dazu entschließt wieder aus der Türkei zurück nach Deutschland zu kommen. Gegen Ende des Monats läuft nämlich dann auch die Wiedereinreisesperre ab.