Delta-Variante aber wohl noch einmal ansteckender zu sein scheint, als die Alpha-Variante. Denn mittlerweile hat die Delta-Variante die Alpha-Variante in Großbritannien zu einem Großteil vollständig verdrängt. Diese Daten aus England bezeichnete der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach als "schlechten Nachrichten". Auch in Indien sind bereits zahlreiche Studien zur Delta-Variante gestartet. Forscher aus Indien gehen davon aus, dass die Delta-Variante anscheinend noch einmal 50 Prozent ansteckender sein soll. Dies bedeutet extrem schnelle Ausbrüche, bei denen sich zum Teil auch geimpfte Personen infizieren könnten.
In einer Studie taucht bereit die Schlußfolgerung auf, dass vorherige Infektionen mit dem Coronavirus oder unvollständige Impfungen offenbar nicht ausreichend sind, um eine weitere Ausbreitung der Variante Delta zu verhindern. Allerdings scheint der Schutz bei einer vollständigen immunisierung mit 2 Impfungen hoch genug, um eine Ansteckung zu vermeiden. Doch auch hier soll der Wert ein wenig unter dem der Alpha-Variante liegen. "Impfen und besonders die zweite Impfung sind essenziell für einen Schutz vor den Virus-Mutanten", hatte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, zuletzt bei Twitter geschrieben. "Beta und Delta werden erst dann neutralisiert, da beide der Immunantwort sonst entgehen können", erklärt Watzl. Noch ist unklar, ob auch die Todesrate durch die Delta-Variante höher ist. Dafür ist die aktuelle Datenlage noch zu schwach. Denn die hohen Todeszahlen in Indien können zum Teil auch mit dem kompletten Zusammenbruch des Gesundheitssystems im Land zusammenhängen. In Deutschland hatte die Delta-Variante im Zeitraum zwischen dem 17. und dem 23. Mai nur einen kleinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen. So soll ihr Anteil lediglich bei 2,1 Prozent gelegen haben. Der weit größte Anteil von 93 Prozent der Ansteckungen wird in Deutschland durch die Alpha-Variante verursacht.