Besonders kritisch scheint die Situation in Berlin zu sein. Dort ist die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen auffällig hoch. Von knapp 15.000 versicherten 6- bis 18-Jährigen bei der ausgewerteten Krankenkasse mussten im Laufe des Jahres mehr als 2.000 behandelt werden. Dies entspricht einem Anteil von 13,9 Prozent, und liegt damit deutlich über dem bundesweiten Schnitt. Bereits im ersten Halbjahr 2020 lag Berlin mit 9 Prozent an Fallzahlen auf dem nationalen Spitzenplatz mit einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Große Probleme scheint es auch in Niedersachsen und Schleswig-Hostein zu geben. Denn auch in diesen Bundesländern liegen die Werte mit 13,6 Pozent beziehungsweise 13,2 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt.
In den meisten Fällen sollen Druck und Stress zu den psychischen Erkrankungen führen. Und dies hat sich besonders in der Pandemie bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar gemacht, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH zeigt. So sind viele Eltern besorgt, über die langfristig negativen Folgen der Pandemie für ihre Kinder. 77 Prozent der Eltern bestätigen, dass die Corona-Pandemie erhöhten Stress bei ihren Kindern ausgelöst habe. Dabei scheinem vor allem die fehlenden Sozialkontakte eine immens wichtige Rolle zu spielen. Mehr als die Hälfte der Eltern ist sich außerdem sicher, dass die Corona-Pandemie "ungünstige Auswirkungen auf die Entwicklung der Persönlichkeit“ ihrer Kinder habe. Zudem befürchten etwa 20 Prozent der befragten Eltern, dass ihre Kinder durch die Pandemie psychisch erkrankt seien. Zwar wird bereits seit Jahren ein Anstieg der psychischen Erkrankungen bei Kindern festgestellt, doch die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch einmal deutlich verschärft. So kommt es nun zu deutlich erhöhten Fallzahlen bei Depressionen, Anpassungsstörungen, Burn-Outs sowie Angst- und Essstörungen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Pandemie schon bald endlich vorbei ist und dann eine schrittweise Rückkehr zur Normalität möglich wird.