Positiv wäre es laut Gassen, wenn sich so viele Menschen wie möglich auch weiterhin impfen lassen. Dann könnten schon bald alle Erwachsenen wenigstens eine Impfdosis erhalten haben. Modellrechnungen zeigen, dass dies bereits im Juli möglich sein könnte, wenn die Pharmaunternehmen die Zusagen für die Lieferung der Impfstoffe einhalten. Einen weiterer Schritt zu mehr Tempo sieht Gassen in der Aufhebung der Priorisierung bei den Impfungen. "Es ist an der Zeit, die Priorisierung bei allen Impfstoffen zügig komplett aufzuheben. Zwei Drittel der Ü60-Jährigen sind geimpft. Auch die Bürokratie muss weg. So einfach wie möglich, salopp gesagt jeden impfen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. So impfen wir das Sommerloch einfach weg!“, ist sich der Kassenärzte-Chef sicher.
Nach der Impfung aller Erwachsenen sei die Pandemie aber noch nicht beendet, warnt KBV-Vize Stephan Hofmeister: "Das hintere Ende dürfen wir aber nicht vergessen: Ohne geimpfte Kinder und Jugendliche erreichen wir keine Herdenimmunität. Und ohne ist auch kein sicherer Schulbetrieb nach den Sommerferien möglich.“ Laut Hofmeister müsse unter allen Umständen verhindert werden, dass die Schüler dann auch im nächsten Jahr wieder die Hauptleidtragenden der Corona-Krise sein werden. Aus diesem Grund sei es Aufgabe der Politik Impf-Kampagne für die Schulen zu schaffen. Denn auch dort sollte laut Hofmeister flächendeckend geimpft werden. "Der öffentliche Gesundheitsdienst hat diesbezügliche positive Signale gesendet; unsere Kinderärzte unterstützen, wo sie können. Dafür braucht es aber eine schnelle Zulassung des Biontech-Impfstoffs und klare Zuständigkeiten, welche Strukturen und Ärzte das leisten“, nennt Hofmeister die notwendigen Voraussetzungen.