Schwere Nebenwirkungen nach 2.Impfungen mit mRNA-Impfstoff - Wieso sind die Nebenwirkungen so heftig?

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Schwere Nebenwirkungen nach 2.Impfungen mit mRNA-Impfstoff - Wieso sind die Nebenwirkungen so heftig?

News (2 / 1) 29.05.2022 23:33 / Angela Symbolbild imago


Warum sind die Impfreaktionen bei den Corona-Impfungen überhaupt so heftig?

Im Gegensatz zu vielen anderen Impfungen scheinen die Reaktionen der geimpften Personen deutlich heftiger auszufallen. "Das Einzige, was sich bezüglich der Reaktogenität, der unerwünschten Nebenwirkungen, dieser Impfstoffe mit Sicherheit sagen lässt, ist die Tatsache, dass sie als weniger verträglich eingestuft werden als viele andere Impfstoffe“, versucht Prof. Theodor Dingermann (72) eine Erklärung für die Nebenwirkungen zu geben. Dingermann glaubt, dass eine der Gründe dafür ist, "dass diese Impfstoffe die Verstärker intrinsisch mitbringen“. Bei vielen anderen Impfstoffen kommt hingegen ein Adjuvans zum Einsatz. doch dieser ist weder bei mRNA-Impfstoffen noch bei Vektorimpfstoffen wie AstraZeneca notwendig.

"Unter normalen Umständen kommt weder DNA noch RNA frei im Blut vor“, erklärt der Wissenschaftler weiter. Bei den Impfstoffen gegen das Coronavirus wird aber RNA (Pfizer, Moderna) oder DNA (AstraZeneca, Johnson&Johnson) in die Muskeln der Impfwilligen gespritzt. Auf diese Weise landen diese Bestandteile auch im Blutkreislauf. "Darauf reagiert unser Immunsystem mit aller Heftigkeit – zum Glück!“, macht Dingermann deutlich.

Weitere Angaben zu den Corona-Impfungen

Zunächst hatten die Experten die Nebenwirkung dahingehend interprätiert, dass die Immunantwort des Körpers in diesen Fällen besser sein sollte. Doch laut dem Virenexperten Prof. Peter Kremsner aus Tübingen ist dies nicht unbedingt so: "Man kann einen dicken Arm haben und sich schlecht fühlen und die Immunantwort ist trotzdem eher schwach und andersrum. Pauschal kann man das gar nicht sagen“, macht Kremsner deutlich. Die gleiche Meinung vertritt auch die Allgemeinärztin Dr. Petra Bracht: „Es gibt Personen, die haben ein sehr starkes Immunsystem, sind ansonsten nie krank und spüren nach der Impfung gar keine Nebenwirkungen.“ Also scheint es, als würde sich die Stärke der verspürten Nebenwirkungen gar nicht auf dem Impfschutz auswirken. Nun suchen die Forscher nach einem Weg, um die Nebenwirkungen zu vermeiden. "Es gab schon Studien, die bei anderen Impfstoffen gezeigt haben, dass die prophylaktische Einnahme von Mitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol den Impferfolg etwas schmälern kann“, sagt der Immunologe Carsten Watzl. Er empfiehlt die Einnahme dieser Mittel deshalb nicht vorbeugend, sondern lediglich falls es tatsächlich zu Nebenwirkungen kommen sollte.