Sind Schnelltests wirklich sicher? Virologe Christian Drosten besorgt!

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Sind Schnelltests wirklich sicher? Virologe Christian Drosten besorgt!

News (2 / 1) 22.05.2022 23:33 / Simo Symbolbild imago


Aus diese, Grund kommt es vor allem in den ersten Tagen zu falschen Ergebnissen. "In dieser Screening-Situation werden wir immer auch die ersten ein, zwei oder sogar drei infektiösen Tage im individuellen Patienten übersehen, wenn wir nur mit dem Antigentest testen", macht Drosten deutlich. "Der Antigentest wird erst am Tag nach Symptombeginn wirklich anschlagen. Das heißt, fünf von acht infektiösen Tagen verhindere ich mit dem Antigentest. Drei von acht infektiösen Tagen werde ich übersehen", zieht Drosten ein eher mittelprächtiges Fazit. Dies bedeutet allerdings auch, dass diese Lücke weitreichende Konsequenzen für politische Entscheidungen haben müsste. Auch die Sicherheit der Testkonzepte scheint so fraglich. Denn die Schnelltests würden demnach nicht bei Menschen ohne Symptome anschlagen. Diese Menschen können auch nur schwer durch einen PCR-Test entdeckt werden, weil sie nicht davon ausgehen infiziert zu sein und sich dann noch zusätzlich durch den negativen Schnelltest sicher fühlen und so andere Menschen ungewollt anstecken können.

Gefahr durch Schnelltests

Dies bedeutet, dass bei Pilotprojekte mit Freitestungen, wie sie bereits in Tübingen oder im Saarland angewendet wurden, auch noch immer ein Restrisiko bleibt. Dies führt zur berechtigten Frage, ob diese Schnelltests überhaupt als Türöffner verwendet werden sollten.

Genau hier sieht Experte Christian Erdmann von der Initiative RapidTests ein großes Missverständnis. "Die Politik legt den Fokus auf negativ Getestete, um Freiheiten zu erlauben. Der bessere Weg wäre, den Fokus auf das Entdecken von Infizierten zu richten, um die Infektionsketten früh zu brechen", erklärt Erdmann. "Als Diagnosetool sind die Tests nicht geeignet. Als weitere Public-Health-Maßnahme könnten regelmäßige, breitflächige Schnelltests einen inzidenzsenkenden Effekt haben. Das ist leider immer noch nicht angekommen", bedauert Erdmann