Auch RKI-Chef Lothar Wieler warnte davor das Virus zu unterschätzen. Zwar spricht Wieler von einer guten Entwicklung in den letzten Tagen, warnt jedoch auch: "Die Pandemie ist leider noch nicht vorbei." Denn außerhalb Deutschland seien die Fallzahlen rund um den Globus um gut 24 Prozent angestiegen. Von einer Kontrolle über die Pandemie könne man erst dann sprechen, wenn sich in allen Teilen der Welt eine positive Entwicklung beobachten lassen. Die Corona-Lage in Deutschland bewertet Wieler wie folgt: "Die Fallzahlen steigen nicht mehr so rasant an." Allem Anschein nach sei es gelungen den Aufwärtstrend zu durchbrechen. "Noch mehr Menschen haben sich an die Maßnahmen gehalten. Wir sehen, dass das wirkt, das ist eine gute Entwicklung", macht Wieler deutlich. Noch jedoch sei es für eine Entwarnung viel zu früh. "Wir müssen alles dafür tun, die Fallzahlen zu senken. Lassen Sie uns weiter solidarisch miteinander sein, um die dritte Welle zu brechen - so können wir verhindern, dass sich Ungeimpfte auf den letzten Metern noch infizieren", forderte Wieler die Bundesbürger zur Unterstützung der aktuellen Maßnahmen auf.
Zuletzt hatte das RKI fast 25.000 neue Infektionsfälle durch das Coronavirus gemeldet. In den letzten 24 Stunden waren insgesamt 24.736 Corona-Neuinfektionen bei den Behörden registriert worden. Außerdem sind im Lauf des letzten Tages 264 Menschen an den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung verstorben. Verglichen mit den Zahlen von letzten Donnerstag ist die Entwicklung auf jeden Fall positiv, da vor allem die Zahl der Neuinfektionen stark zurückgegangen ist. Am letzten Donnerstag waren noch 29.518 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Todesfälle liegen im Vergleich zur letzten Woche um 5 Fälle höher. Durch die zuletzt sinkenden Zahlen liegt der bundesweit Inzidenzwert nun bei 154,9 und damit auf dem niedrigsten Stand seit 14 Tagen. Auf der Pressekonferenz in Berlin durfte auch der Intensivpfleger Ricardo Lange seine Sicht der Dinge schildern. Laut Lange sei die Lage auf den Intensivstationen der deutschen Krankenhäuser noch immer dramatisch. Seit mehr als einem Jahr arbeite das Krankenhauspersonal an der absoluten Belastungsgrenze. Vor allem sei das Sterben für die Patienten in Zeiten der Pandemie sehr schwer, da ihre Familie ihnen oft nicht beistehen können. Auch für das Personal sei diese Situation nicht einfach und belaste viele der Mitarbeiter noch zusätzlich.