Sie gehört zu einer Riege von Superstars, denen alles zu gelingen scheint: Jennifer Lopez (50, "On the 6") ist Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin, Produzentin und Designerin. Die jahrelange harte Arbeit an der facettenreichen Karriere ist dem größten Latino-Star der Welt, zumindest nach außen hin, nicht anzumerken. Selbst an ihrem 50. Geburtstag will sich J.Lo nur eine kurze Pause gönnen. Mit unbändigem Ehrgeiz und Zielstrebigkeit hat sich das Multitalent als Marke etablieren können. Dass Lopez stets mehrere Eisen im Feuer hatte, war in ihrer Karriere aber nicht immer förderlich.
Jennifer Lopez wurde als Tochter puerto-ricanischer Einwanderer am 24. Juli 1969 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren. Die Eltern gaben ihren drei Töchtern mit: "Du kannst alles erreichen, wenn du nur willst und hart dafür arbeitest." Bis zur ihrem 18. Lebensjahr besuchte Jennifer Lopez mit ihren Schwestern eine katholische Mädchenschule. Es folgte ein kurzer College-Besuch, den Lopez nach zwei Semestern abbrach, um als Anwaltsgehilfin zu arbeiten.
Doch das "Du kannst alles erreichen"- Mantra ihrer Eltern spukte Lopez weiter im Kopf herum. Sie möchte ins Showbusiness einsteigen: Noch mit 18 Jahren zog sie nach Manhattan und arbeitete, ihrem jahrelangen Training sei Dank, zunächst als Tanzlehrerin und trat selbst in verschiedenen Nachtclubs auf. Als Backgroundtänzerin in Janet Jacksons (53) Video zu "That's the Way Love Goes" (1993) machte sie auf sich aufmerksam.
Das Tanzen allein genügte ihr längst nicht: Für eine regelmäßige kleine Rolle in der erfolgreichen TV-Sitcom "In Living Color" zog Jennifer Lopez 1990 nach Los Angeles und spielte bis 1993 mit. Es folgten weitere kleine Rollen in den Serien "South Central" und "Hotel Malibu". In "Selena - Ein amerikanischer Traum" spielte sie schließlich 1997 ihre erste Filmhauptrolle. Die Rolle als ermordete Sängerin Selena Quintanilla-Pérez brachte ihr den Durchbruch und eine Golden-Globe-Nominierung. Es folgten Rollen in "Anaconda" (1997), "U Turn" (1997) und der Krimikomödie "Out of Sight" (1998), in der sie neben George Clooney (58) brillierte.
"Ich will alles"In einem Interview mit der Zeitschrift "Entertainment Weekly" deutete sich 1998 an, dass Lopez Großes vorhat - und sich dafür auch gerne mit Größen des Showgeschäfts misst: "Ich denke da an Cher, Bette Midler, Diana Ross und Barbra Streisand. So eine Karriere will ich haben. Ich will alles." Zunächst sollte ihre Musikkarriere in Gang kommen: 1998 unterzeichnete Lopez ihren ersten Plattenvertrag bei Sony Records. Bereits mit ihrem Debütalbum "On the 6" (1999), das sich weltweit über fünf Millionen Mal verkauft, lieferte sie Hits wie "If You Had My Love", "Waiting für Tonight", "Feelin So Good" und "Let's Get Loud". Ihr zweites Album "J.Lo" mit Songs wie "Love Don't Cost a Thing", "Play" und "Ain't It Funny" übertraf den Erfolg ihres ersten Werks - und brachte ihr einen Rekord ein.
Als erste weibliche Künstlerin schaffte sie es in den USA im Jahr 2001 zugleich einen Film und ein Album auf Platz 1 zu haben: "Wedding Planner - Verliebt, Verlobt, Verplant" war der erfolgreichste Film des Landes, während ihr zweites Album an der Spitze der Billboard Top 200 stand. Ende 2002 kehrte sie mit ihrem vierten Album "This Is Me... Then" zurück und landete mit "Jenny from the Block" oder "All I Have" weitere Charterfolge.
Die Alben "Rebirth", "Brave" und das spanischsprachige Album "Como ama una mujer" (2005 bis 2007) konnten nicht an die Erfolge anknüpfen. 2011 begeisterte Lopez dann wieder mit "On The Floor" (Platz 1 der Charts und Doppelplatin in Deutschland) und dem dazugehörigen Album "Love?". 2014 erschien ihr bisher letztes Album "A.K.A.". Im gleichen Jahr wurde sie bei den Billboard Music Awards für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Mit ihren Hits im Gepäck füllte sie von 2016 bis Ende September 2018 mit ihrer Show "Jennifer Lopez - All I Have" das Theater des Hollywood Resort & Casino in Las Vegas.
2001 nutzte Lopez ihre Bekanntheit und brachte die Modelinie "JLO by Jennifer Lopez" auf den Markt. Ein Jahr später erschien ihre erste Parfüm-Kreation "Glow", die erfolgreich durchstartete. In den Folgejahren wurde das J.Lo-Sortiment um die Düfte "Still", "Live" und den Männerduft "Live Luxe" erweitert. 2002 eröffnete sie das erfolgreiche kubanische Restaurant "Madre's", das 2008 geschlossen wurde. Ab 2011 war Lopez auch als TV-Jurorin in der 10., 11., 13. und 14. Staffel von "American Idol" zu sehen.
Na, was denn nun?Schauspielerin, Sängerin, Geschäftsfrau: Filmkritiker taten sich zunehmend schwer damit, eine multitalentierte Lopez, die sich immer mehr zu einer Marke aufstellte, auf der Leinwand als ernstzunehmende Darstellerin zu würdigen. Filme wie "Angel Eyes" (2001) oder die Komödie "Manhattan Love Story" (2002) konnten die Experten nicht überzeugen. "Liebe mit Risiko - Gigli" bescherte Lopez 2004 sogar die erste Goldene Himbeere als Schlechteste Schauspielerin - bis 2016 folgten weitere sechs Nominierungen für den Anti-Preis.
J.Lo ließ sich, sicherlich auch aufgrund des kommerziellen Erfolgs ihrer Filme, nicht verunsichern, blieb der Film- und Fernsehindustrie treu und scheute sich nicht vor Genregrenzen. Neben den Komödien "Das Schwiegermonster" (2005) mit Jane Fonda (81), "Plan B für die Liebe" (2010) oder "Was passiert, wenn's passiert ist" (2012) wagte sich Lopez erfolgreich an Thriller wie "Bordertown" (2006), den sie mit ihrer Firma Nuyorican Productions auch selbst produzierte, oder "The Boy Next Door" (2015) heran und spielte in der Krimiserie "Shades of Blue" (2016) mit.