Im Machtkampf innerhalb der Union hinsichtlich der Frage der Kanzlerkandidatur sind noch immer keine Fortschritte zu vermelden. Schon Morgen wird die von den beiden möglichen Kandidaten Markus Söder (54, CSU) und Armin Laschet (60, CDU) gesetzte Frist für eine einvernehmliche Lösung ablaufen. Wer macht das Rennen um die Kanzlerkandidatur?
Am Samstag hieß es aus gut informierten Kreisen innerhalb der Union, dass die beiden Parteichefs sich auch weiterhin in konstruktiven Gesprächen befänden. Trotzdem gebe es im Augenblick noch keinerlei Anzeichen auf eine Einigung bezüglich der Kanzlerfrage. So bleibt der Ausgang des Machtpokers auch weiterhin vollkommen offen. Wie es scheint, wird keiner der beiden aussichtsreichen Kandidaten von sich aus einen Rückzug verkünden. Doch innerhalb der Union mehren sich die Stimmen für eine schleunige Lösung dieser wichtigen Frage. Auf dieser Linie liegt zum Beispiel der sächsische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer (45). Beim Parteitag der sächsischen CDU plädierte Kretschmer für eine zügig Lösung. Ein langwieriger Prozess könne das Ansehen der Union bei den Bundesbürgern negativ beeinflußen. Wenn genau Kretschmer in der Kanzlerfrage unterstützt wollte er allerdings nicht sagen.