Geralt ist die Hauptfigur der Serie, wir erleben die Geschichte aus seiner Perspektive. Ihn umgibt allerdings eine Gruppe von Nebenfiguren, die zum Teil sehr spannende eigene Geschichten haben. Die wichtigste unter diesen ist Cirilla (Freya Allan, 17), genannt Ciri, Geralts magisch begabte Ziehtochter. Ihre magischen Fähigkeiten machen sie zu einer mächtigen Waffe, die die Zauberer der Welt nutzen wollen.
Daneben steht die Zauberin Yennefer von Vengerberg, die von "Sherwood"-Star Anya Chalotra (23) gespielt wird. Yennefer ist Geralts große Liebe, wie er selbst unfruchtbar und sehr stolz. Zusammen mit Geralt kümmert sie sich um Ciri, für die sie eine Art Ersatzmutter ist. Liebe, Beziehungen und Körperlichkeit spielen eine große Rolle in der Hexer-Welt, und sollen auch in der Serie nicht zu kurz kommen.
Als dritte im Bunde zählt die Zauberin Triss Merigold zu den wichtigsten Nebenfiguren der Hexer-Geschichte. Sie war im Trailer ebenfalls zu sehen und wird gespielt von Anna Shaffer (27, "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"). Triss ist unglücklich in den Hexer verliebt und Ciri freundschaftlich sehr verbunden.
Was hat das alles mit "Game of Thrones" zu tun?Auf den ersten Blick hat die Serie erst einmal gar nichts mit "Game of Thrones" gemeinsam. Bei genauerem Hinsehen sind aber Parallelen erkennbar, inhaltlich wie thematisch. So ist die Geschichte des Hexers unterlegt mit der politischen Geschichte seines Kontinents. Die Machtspiele zwischen den einzelnen Reichen stehen zwar nicht so sehr im Vordergrund, wie beim popkulturellen Lagerfeuer "Game of Thrones", ziehen sich aber dennoch durch die Buchvorlage.
Daneben spielen Sex, Macht und Beziehungen eine große Rolle in den Büchern. Geralt etwa ist in einer Beziehung mit Yennefer, was ihn aber nicht von Seitensprüngen abhält. Yennefer wiederum hat mit ihrer Unfruchtbarkeit zu kämpfen. Und von Gleichberechtigung ist Geralts Welt ohnehin Lichtjahre entfernt. Viele dieser Erzählungen bediente auch "Game of Thrones" und trugen zum Erfolg der Serie bei.
Daraus ergibt sich eine Menge Potential für vermutlich mehrere, spannende Staffeln düsterer Fantasy-Unterhaltung, die sich eher an Erwachsene richten dürfte. Wer etwa die Serie "Love, Death and Robots" gesehen hat, der weiß, dass Netflix auch vor expliziterer Darstellung von Themen wie Sex und Gewalt nicht zurückschreckt. Insofern ist es sehr gut möglich, dass "Game of Thrones" mit dem Hexer-Abenteuer ein würdiger Nachfolger erwächst, der im schlechtesten Fall die Zeit bis zum Start des ersten Spin-Offs verkürzt.
Wer steht dahinter?Grundlage für die Serie bildet die Geralt-Saga, eine Buchreihe des polnischen Fantasy-Autors Andrzej Sapkowski (71, "Narrenturm"). Die weitaus bekannteren Videospiele hingegen spielen für die Netflix-Adaption eine eher untergeordnete Rolle, da die Serie viele Jahre vor den Ereignissen aus den Games spielt. Für Netflix hat Lauren S. Hissrich (40, Marvel's The Defenders) als Showrunnerin die Verantwortung übernommen, die einzelnen Drehbücher stammen aus verschiedenen Federn, etwa der von Jenny Klein, die unter anderem für "Supernatural" schrieb.
Wann geht's los?Einen offiziellen Starttermin gab es auch auf der Comic-Con noch nicht. Die Dreharbeiten sind abgeschlossen, "The Witcher" befindet sich derzeit in der Post-Produktion. Angekündigt ist der Serienstart mit acht Folgen noch für dieses Jahr.