Im Verlauf der Studie hatten die Forscher die Daten von mehr als
27.000 Patienten untersucht, die alle zwischen März und Mitte Juli 2020 auf eine Corona-Infektion getestet worden waren. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass von den 13.000 Patienten, die im Vorjahr gegen die Grippe geimpft worden waren, lediglich 4 Prozent dieser Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Bei den anderen 14.000 Patienten, die keine Grippe-Impfung erhalten hatten, habe die Quote mit 5 % signifikant höher gelegen. Außerden konnten die Forscher belegen, dass die Menschen mit der Grippe-Impfung deutlich seltener wegen Komplikationen durch eine Covid-19-Erkrankung in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Noch ist allerdings unklar, wo genau der Zusammenhang zwischen Grippe-Impfung und Covid-Schutz liege. Die Forscher haben bisher verschiedene Theorien. "Es ist plausibel, dass es eine direkte biologische Wirkung des Grippeimpfstoffs auf das Immunsystem und gegen das SARS-CoV-2-Virus geben könnte“, erklärt Hoffmann. Diesen Ansatz will man nun in weiterführende Studien klären. Ein anderer Grund könnte auch sein, dass sich gegen das Grippevirus geimpfte Menschen vorsichtiger verhalten und sich eventuell gewissenhafter an Abstands- und Hygieneregeln hielten.