Wegen der Vorfälle mit dem britischen Impfstoff rät das Paul-Ehrlich-Institut allen Menschen, die nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff "Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm- oder Beinschwellungen" aufweisen, einen Arzt aufzusuchen. Diese Empfehlung hatte das Oberallgäuer Landratsamt in einer Pressemitteilung gemacht. "Darüber hinaus sollten alle Personen, die schwere oder anhaltende Kopfschmerzen haben, die länger als vier Tage nach der Impfung anhalten oder die nach ein paar Tagen Blutergüsse über die Impfstelle hinaus haben, umgehend einen Arzt aufsuchen." Insgesamt hat sich mit diesen neuen Fällen die Anzahl der Todesfälle in Deutschland auf 15 erhöht. "Mit Ausnahme eines Falles betrafen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren", erklärt eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts bei der "Augsburger Allgemeinen". Bei 9 der 15 Fälle seien die Hirnvenenthrombosen offenbar im Zusammenhang mit einer verringerten Anzahl an Blutplättchen aufgetreten.
Doch offenbar scheint dieses Problem nicht exklusiv AstraZeneca zu betreffen. Denn wie jetzt bekannt wurde, soll es auch im Fall des
Biontech–Impfstoffs in zwei Fällen zu Hirnvenenblutgerinnseln gekommen sein. "Zwei Fälle einer Sinusvenenthrombose wurden nach Impfung mit dem Biontech-Impfstoff gemeldet", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Die geimpften Personen waren 47 und 86 Jahre alt. Im Unterschied zu den AstraZeneca-Fällen wurde hier aber offenbar kein Mangel an Blutplättchen festgestellt.