Herbert Köfer: Mit 98 noch immer auf der Bühne

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Herbert Köfer: Mit 98 noch immer auf der Bühne

Stars (2 / 1) 28.12.2020 16:23 / Olga Symbolbild imago images / Future Image


Doch dann bekam er einen Termin, "die erste deutsch-deutsche Gemeinschaftssendung in Cottbus in der Stadthalle. Mit dem Musikantenstadl, mit dem .... Wie hieß er noch?" Karl Moik! "Genau. Dazu waren ein paar Schauspieler eingeladen, darunter meine Wenigkeit, eingeladen, auch Harald Juhnke war dabei."

Köfers erster Eindruck: "Alle aus dem Westen hatten in der Garderobe ein Namensschild. Ich fragte die Aufnahmeleiterin aus dem Westen: Wo ist meine Garderobe? Sie sagt, Sie stehen genau davor. Auf der stand aber nur: Herr DDR".

Herbert Köfer hat dann nur gesagt: "Ich gehe jetzt in mein Auto und dann warte ich zehn Minuten, und wenn dann niemand gekommen ist, der mir sagt, dass ich eine Garderobe mit meinem Namen habe, fahre ich wieder nach Hause. Das hat gewirkt, nach ein paar Minuten war die Sache erledigt. Und der Moik hat sich später noch gewundert, wie viel Riesenapplaus ich bekommen habe... Das sind so die Kränkungen, die vergisst man nicht. Die DDR war nun mal unsere Heimat."

Er bekommt nicht genug

Er hat sich dennoch auch nach der Wiedervereinigung als Schauspieler durchgesetzt, wenngleich er nie wieder die gleiche Popularität erlangte. Er spielte in Filmen wie "Pension Schöller" und "Der Millionär" mit sowie in zahlreichen Serien, "Immer wieder Sonntag", "Wolffs Revier", "In aller Freundschaft", "Soko Wismar" oder "Soko Leipzig". Und er steht nach wie vor auf jenen Brettern, die die Welt bedeuten.

In Dresden war und ist Herbert Köfer in Stücken wie "Rentner haben niemals Zeit", "Opa auf hoher See" oder "Opa ist die beste Oma" zu sehen. Seit Januar 2017 gibt er mit der Komödie "Ein gesegnetes Alter" von Curth Flatow sogar Gastspiele. "Ich spiele weiter, nicht weil ich unersättlich bin und vielleicht noch Geld verdienen möchte, sondern weil ich das Spiel auf der Bühne liebe, genauso wie das Leben und meine Frau", sagte er der "SZ".

Ihm sei es "ziemlich egal", welches Etikett er bei seinen Auftritten bekommt, "ob Volksschauspieler oder Entertainer. Ich kann auch gut damit leben, als Narr zu gelten, der sein Publikum gut unterhält. Der Narr macht die Menschen glücklich".