Denn noch immer kämpft man in der Pandemie mit vielen Problemen. Zuletzt sollte mit den Impfungen der Lehrer begonnen werden. Doch dann mussten viele Termine wegen des Impf-Stopp des AstraZeneca-Impfstoffes abgesagt werden. Und auch bei den Schnelltests kommt man nicht wirklich voran. "Nicht ein einziges Bundesland hat ausreichend Schnelltests, um mindestens zweimal in der Woche, besser noch jeden Schultag, alle Schüler und Lehrer durchzutesten“, ist Heinz-Peter Meidinger sicher. Zudem gebe es auch noch viel Probleme mit der Organisation. "In den meisten Ländern ist überhaupt nicht geklärt, was für Tests man verwenden will, ob sie zu Hause oder in der Schule durchgeführt werden, ob der Schnelltest freiwillig oder verpflichtend ist.“ Dabei wäre dies besonders wichtig. Denn wie das Robert-Koch-Institut bestätigt, hat sich in den letzten Tagen die
Sieben-Tage-Inzidenz bei den 5- bis 9-jährigen Kindern verdoppelt. "Es gibt keine Altersgruppe, wo der Zuwachs der Fälle derzeit so ausgeprägt ist wie bei den Kindern und den jungen Erwachsenen“, bestätigt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58).
Wie groß die in den Schulen aufgelaufenen Defizite wirklich sind, kann bisher lediglich geschätzt werden. Denn bisher wurde die zur Klärung dieser Frage nötige Lernstandserhebung in keinem einzigen Bundesland durchgeführt. Allerdings sind die bis jetzt erhobenen Daten nicht sehr hoffnungsvoll. Das Münchener Ifo-Instituts ist zuletzt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schüler sich während der Pandemie nur halb so viel Zeit (3,6 Stunden/Tag) mit schulischen Dingen beschäftigt haben, als vor dem Start der Pandemie (7,4 Stunden/Tag).