Allerdings machen sich vermehrt auch andere Stimmen breit. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), macht sich nun nämlich für Öffnungen des Tourismus in Deutschland zu Ostern stark. Dabei vertritt Günther den Standpunkt, dass Reisen in Deutschland für die Bundesbürger deutlich sinnvoller sei, statt sich auf einer Reise nach Mallorca einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen. Eine Theorie, die offenbar auch unter SPD-Politikern Anklang findet. So hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zuletzt bei Twitter geschrieben: "Ich glaube, dass es schwer vermittelbar ist, dass die Bundesregierung einerseits jetzt wieder Urlaub in anderen Ländern freigegeben hat, und gleichzeitig kein Urlaub im eigenen Bundesland möglich ist."
Diese Einstellung verärgert Kanzleramtschef Helge Braun, der selbst einmal Medizin studiert hat und nicht verstehen kann, wieso nun unterschiedliche Öffnungen gegeneinander ausgespielt werden sollen.
Laut Braun sei es unmöglich eine Öffnung mit einer anderen zu begründen. Denn obwohl Mallorca einen niedrigen Inzidenzwert aufweist, sieht Braun die Öffnung von Mallorca für den Tourismus ebenfalls kritisch. Braun hofft nun, dass Mallorca sich nicht ganz schnell in einen "Mutantenschmelztiegel" verwandelt. Denn dort könnten sich schon bald Touristen aus Hoch-Inzidenz-Ländern versammeln, sich gegenseitih anstecken und die Infektionen dann bei der Rückkehr in ihren Heimatländern verbreiten. Bei diesen unterschiedlichen Ansichten dürften beim nächsten Bund-Länder-Gipfel mit Sicherheit lange Diskussionen anstehen. Vor allem, weil man von Seiten der norddeutschen Bundesländer wohl für eine Öffnung von Hotels und Gastronomie plädieren wird. Dort wollen die Ministerpräsidenten offenbar ihren Bürgern wenigstens Oster-Urlaub im eigenen Bundesland ermöglichen. Für reichlich Gesprächsstoff ist am nächsten Montag also garantiert gesorgt.