Laura Karasek: "Es stört mich, auf meinen Vater reduziert zu werden"

Seite 2 / 2

Laura Karasek: "Es stört mich, auf meinen Vater reduziert zu werden"

Stars (2 / 1) 28.12.2020 15:58 / Silia Symbolbild ZDF/Klaus Weddig


Und Ihr Mann unterstützt Sie auch bei Ihrem Karriereweg?

Karasek: Ja, natürlich! Mein Mann arbeitet auch und macht Karriere. Wir führen eine sehr gleichberechtigte Ehe, in der jeder auch mal sagt: "Du, ich komme heute Abend nicht nach Hause, weil ich noch dies und das erledigen muss." Wir unterstützen uns gegenseitig.

Wenn Ihr Name fällt, denkt man natürlich immer an Ihren Vater. Nervt es Sie, dass Sie ständig auf ihn angesprochen werden?

Karasek: Nein, überhaupt nicht. Ich sage das auch nicht verlogen, währenddessen ich hier heimlich in ein Wutkissen beiße. Ich finde es schön, was mein Vater gemacht und gearbeitet hat, was er mir beigebracht hat. Das kränkt mich nicht. Das einzige, was mich manchmal stört ist, darauf reduziert zu werden. Aber da sind wir auch wieder bei den Schubladen. Wenn Leute im Internet schreiben: "Das ist ja immer nur die Tochter von...", denkt man: "Nein, ich habe auch zwei juristische Staatsexamen mit Prädikat bestanden und habe sechs Jahre als Anwältin gearbeitet." "Nur" die Tochter war ich vielleicht mit acht.

Wie behalten Sie Ihren Vater in Erinnerung?

Karasek: Ich lebe auch so exzessiv wie er. Er wird in meinem neuen Buch vorkommen, da es eine Figur gibt im Roman, deren Vater stirbt. Ich habe in Kolumnen schon über ihn geschrieben und spreche viel über ihn, auch mit meinem Mann. Ich erzähle den Kindern vom Opa, sie haben ihn ja nur einmal gesehen, als sie sechs Wochen alt waren. Das hat er Gott sei Dank noch erlebt. Ich spreche wahnsinnig viel mit meinem Bruder und meiner Mutter über ihn. Wir erinnern uns daran, wie er auch ein Grobian sein konnte und wie er so sensibel und zart war, so empfindsam, was für Anekdoten wir haben. So bleibt er lebendig.

Wo sehen Sie Ihre Zukunft? Bleibt es erstmal bei den zwei Sendungen für diesen Sommer?

Karasek: Ich bin sehr glücklich, dass ich überhaupt so einen schönen Sendeplatz habe - und das bei ZDFneo und bei VOX. "7 Töchter" ist ein Format - weil Sie gerade auch meinen Vater ansprachen - das wie die Faust aufs Auge zu mir passt. Die Beziehung zwischen Vätern und Töchtern hat mich schon immer interessiert. Der Vater ist immer auch ein Referenzmann, egal ob er abwesend ist oder anwesend, ob er dominant ist oder schwach. Insofern ist dieses Familienthema für mich immer wichtig gewesen und deswegen finde ich die VOX-Geschichte auch besonders schön. Aber natürlich soll das nicht das Ende sein.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in der dritten Staffel "Bad Banks" eine Rolle zu bekommen (lacht) oder Synchronsprecherin zu sein. Ich würde gerne etwas mit Musik machen, zum Beispiel Chansons singen mit meiner doch sehr tiefen Stimme. Aber erstmal hat sich mit diesen zwei Shows ein riesiger Wunsch erfüllt, auch mit dem Roman und meinen Kindern - das sind schon drei Wünsche auf einmal. Ich bin auch demütig und dankbar. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, ich habe auch andere Zeiten in meinem Leben gehabt. Man darf nicht zu größenwahnsinnig werden.