Aus vielen Bundesländern kommt Kritik an der Impfstrategie der Regierung. Zum Beispiel von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse vor. "Mitte Februar hat Gesundheitsminister Jens Spahn kostenlose Schnelltests für alle versprochen. Und er hat behauptet, er habe für Deutschland 500 Millionen Teste vertraglich gesichert", kritisiert die SPD-Politikerin offen. Doch die hohen Erwartungen seien von Spahn nicht erfüllt worden. Stattdessen habe Rheinland-Pfalz schon zuvor selbständig damit begonnen die Schnelltests zu beschaffen und das Personal im Umgang mit den Tests zu schulen. Eine Öffnung des Einzelhandels sei nur mit Hilfe der Schnelltests möglich, stellte Dreyer klar.
Generell hinken die Europäer bei den Impfungen im Moment noch hinterher. Doch auch die Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, ist zuversichtlich, dass sich die Lage in der Europäischen Union spätestens an April deutlich verbessern wird. Dann soll deutlich mehr Impfstoff bereitstehen als bisher, wie die Politikerin bei der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" bestätigte. "Ab April könnten sich die Mengen nach den Plänen der Hersteller noch mal verdoppeln. Das wären im zweiten Quartal im Schnitt rund 100 Millionen Dosen pro Monat, insgesamt 300 Millionen bis Ende Juni", gibt sich Von der Leyen optimistisch. Noch ist das Impftempo in der EU deutlich langsamer als in den USA, Großbritannien, Chile oder Israel. Der neue amerikanische Präsident Joe Biden hat beispielsweise angekündigt spätestens Ende Mai allen Amerikanern ein Impfangebot zu unterbreiten.