Viele der Dokumente waren im Anschluss an den Diebstahl dann in verschiedenen russischen Foren im Internet aufgetaucht. Dabei wurden die Dokumente auch zum Teil manipuliert. Damit wollten die Hacker offenbar Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes wecken.
Nach den Ermittlungen scheint nun jedoch klar, dass die Russen gar nicht hinter den Dokumenten des Impfstoffes selbst hergewesen sein sollen. Offenbar waren sie nach Informationen der Zeitung "De Volkskrant“ eher an der europäischen Impfstrategie interessiert gewesen. So sollte offenbar ausgespäht werden, welches Land bei welchem Hersteller Impfstoffe bestellt. Damit scheint also Wirtschaftsspionage der Hintergrund zu sein. Denn Russland versucht auch seinen Sputnik V-Impfstoff an europäische Länder zu verkaufen. In Ungarn und der Slowakei wird der Impfstoff sogar bereits verimpft, obwohl eine Prüfung durch die EMA noch aussteht. Das Prüfverfahren für den russischen Impfstoff war erst am Freitag gestartet worden. Außerdem sei der Hacker-Angriff durch die Russen offenbar kein Einzelfall gewesen. Schon im Frühjahr 2020 waren auch chinesische Hacker in das EMA-Netzwerk eingedrungen. Was genau die chinesischen Hacker erbeutet haben, konnte allerdings nie herausgefunden werden.