Tobias Moretti: Der Mann, der "Nein" zu Tom Cruise sagte

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Tobias Moretti: Der Mann, der "Nein" zu Tom Cruise sagte

Stars (1 / 1) 28.12.2020 15:55 / Torben Symbolbild imago/SKATA


Der Austro-Star wird 60

Tobias Moretti (60) war erst am Theater zuhause, bis er sich für den Schritt vor die Kamera entschied. Er wurde als Kommissar Richie Moser an der Seite von Kommissar Rex, einem Schäferhund, bekannt. Später spielte er an der Seite von berühmten Kollegen wie Ulrich Thomsen, Jean Reno, Sam Riley und Richard Harris. Die Rolle als Hitler in "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat" lehnte er dennoch ab. Dem Theater blieb er stets treu und verkörperte 2017 den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen. Seit zwanzig Jahren ist er nebenbei auch noch Landwirt. Am 11. Juli feiert der Tiroler seinen 60. Geburtstag.

Tobias Moretti kam am 11. Juli 1959 als Tobias Bloéb in Gries am Brenner in Tirol zur Welt. Seine Eltern waren Waltraud Moretti und Harry Bloéb. Er wuchs in Tirol mit drei Brüdern auf, darunter der Schauspieler Georg Bloéb (51, "Schweinskopf al dente"). Da seine Mutter italienische Vorfahren hat, spricht auch Moretti perfekt Italienisch. Den Geburtsnamen seiner Mutter nahm Moretti im Jahr 1984 an.

Erst Tirol, dann Wien und weiter nach München

Die Zeit in Gries verbrachte er in eher einfachen Verhältnissen und ging mit seinen Freunden oft an den Fluss zum Angeln, in der Hoffnung auf den großen Fang, wie das Magazin "Mein schönes Zuhause" schreibt. Die Kindheit am Brenner habe ihn geprägt: "Ich empfinde die Natur als einen wunderbaren Lehrer. So wie die Rose nicht blüht und duftet, um uns zu gefallen, so begreift der Mensch in der Natur seine Relativität. Die Dinge da draußen und da droben waren vor uns da, und sie werden nach uns da sein."

Nach der Matura schrieb er sich für ein Kompositionsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ein, doch die Zeit in der Hauptstadt währte nicht lange. Moretti zog weiter, um 1981 an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München sein Glück zu versuchen. Direkt von dort wurde er am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert, 1986 wechselte er an die Münchner Kammerspiele.

Die Arbeit am Theater betrachtet er im "falstaff"-Interview als zweischneidiges Schwert: "Jede Vorstellung ist ein Abenteuer. Aber je besser das Stück gearbeitet ist, je hermetischer, umso klarer ist auch der Rahmen. Dann ist es auch möglich, die Emotionen nach der Vorstellung nicht mit dir nach Hause zu nehmen. Bei den Proben allerdings wird man da weniger losgelassen und ist bei Tag und bei Nacht mit Haut und Haaren gefangen."

Vom Theater zu "Kommissar Rex" und weiter

Ende der 1980er Jahre folgte dann der Schritt vor die Kamera. Moretti bekam seine erste größere Rolle als Bauernsohn Joe in der bitterbösen TV-Satire "Die Piefke-Saga" (1990/1994). Den Durchbruch feierte er allerdings als Kommissar Richard "Richie" Moser an der Seite von "Kommissar Rex". Von 1994 bis 1998 verkörperte er "Österreichs liebsten Schwiegersohn" in 45 Folgen, bis ihn die Lust verließ und Richie den Serientod sterben musste.

Neben den "Kommissar Rex"-Dreharbeiten fand er noch genügend Zeit, um Filme zu drehen. In "Das ewige Lied" (1997) verkörperte er den Dichter und Priester Joseph Mohr (1792-1848), der den Text zum Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht" verfasste. 1998 folgte die Heimatbuch-Verfilmung "Krambambuli" mit Christine Neubauer (57), bis 2001 auch einige italienische Produktionen.

Dann aber spielte er neben Christoph Waltz (62) im Sat.1-Film "Der Tanz mit dem Teufel" (2001), in dem es um die Entführung des Studenten Richard Oetker ging. Es wurde einer der erfolgreichsten Filme des Jahres.

An der Seite der großen Stars

Im Folgejahr war Moretti im kanadischen Thriller "Dass du ewig denkst an mich" mit "Stargate - Kommando SG-1"-Star Michael Shanks (48) zu sehen. Im selben Jahr verkörperte er die wohl bekannteste historische Figur seiner Heimat, den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer (1767-1810) in "Andreas Hofer - Die Freiheit des Adlers". Die Miniserie "Julius Caesar" brachte ihn dann endgültig an die Seite von echten Weltstars wie Dumbledore-Darsteller Richard Harris (1930-2002) und "James Bond"-Bösewicht Christopher Walken (76).

Nach dem Historiendrama "Schwabenkinder" (2003) nahm Moretti die Rolle des krebskranken Polizisten Stefan Lindman in der preisgekrönten Henning-Mankell-Verfilmung "Die Rückkehr des Tanzlehrers" (2004) mit Veronica Ferres (54) und Maximilian Schell (1930-2014) an. Bei den Dreharbeiten in Schweden entdeckte er auch seine Leidenschaft fürs Radfahren. 2005 spielte er zudem in der Literaturverfilmung "Der Liebeswunsch" mit dem dänischen Hollywood-Star Ulrich Thomsen (55, "Königreich der Himmel") mit.

"Nein" zu Tom Cruise

In "Speer und Er" (2005) war er dann als Adolf Hitler zu sehen. "Als Künstler kenne ich keine Moral", sagte Moretti zu "Mein schönes Zuhause". "Um darstellerische Ergebnisse zu erzielen, muss man manchmal auch kompromisslos und unbarmherzig sein, auch ungerecht gegen die eigenen Gefühle. Wenn ich Hitler spiele, muss ich ihn zunächst verteidigen, so paradox und böse das klingen mag."