Generalanwalts am Obersten Gerichtshof zu bestechen. Dem früheren
Generalanwalt Gilbert Azibert soll Sarkozy eine Versetzung nach Monaco versprochen haben. Dafür wurde der Richter nun ebenfalls zu drei Jahren Haft verurteilt. Wie bei Sarkozy auch, wurden zwei Jahre der Strafe auf Bewährung ausgesetzt. Ebenfalls mit der gleichen Strafe wurde auch Sarkozys Anwalt Thierry Herzog belegt, mit dem der Politiker die Bestechung abgesprochen haben soll.
Die in diesem Verfahren genutzten Beweise waren durch Ermittlungen in einem anderen Zusammenhang ans Tageslicht bekommen. Offenbar hatten die Ermittler Telefongespräche von Sarkozy abgehört, weil sie Ermittlungen zur Finanzierung von Sarkozys Wahlkampf im Jahr 2007 angestellt hatten. Damals soll die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt (verstorben 2017) den Wahlkampf Sarkozys finanziert haben. Letztendlich hatte die Justiz diese Vorwürfe aber irgendwann fallengelassen. Wegen der Rechtmäßigkeit der Beweise hatten die Anwälte vor Gericht lange gestritten und darauf verwiesen, dass es sich bei dem betreffenden Telefonat um "Small Talk“ gehandelt habe.
"Sie haben einen Mann vor sich, von dem mehr als 3.700 private Unterhaltungen abgehört wurden. Was habe ich getan, um das zu verdienen?“, hatte Sarkozy während der Anhörung vor Gericht gefragt. Allerdings hatte es während Sarkozys Amtszeit viele Affären gegeben. Von Vetternwirtschaft und Vorteilnahme war die Rede. 2012 verlor Sarkozy auch wegen der Skandale den Wahlkampf gegen den Sozialisten François Hollande. Es gilt als sicher, dass Sarkozy gegen das nun ergangene Urteil in Berufung gehen wird.