Zehn Jahre Devolver Digital: Punkrock oder nicht?

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Zehn Jahre Devolver Digital: Punkrock oder nicht?

Stars (2 / 1) 28.12.2020 15:53 / Torben Symbolbild Devolver Digital


Auch mit "Shadow Warrior" (2013), einem Reboot des Originals von 3D Realms aus dem Jahr 1997, und "Shadow Warrior 2" (2016) sorgte Devolver Digital für Aufsehen. Als Badass-Ninja Söldner Lo Wang ballern und schnetzeln sich Spieler hier mit einem ganzen Arsenal an Waffen durch eine Armee von Dämonen. Kein Wunder, dass Struthers gerne Lo Wang wäre, wenn er in die Haut einer der Figuren eines von ihm veröffentlichten Spiels schlüpfen könnte.

Aber es geht nicht nur um Blut und Action bei Devolver Digital, das wäre auf Dauer auch langweilig. Mit "Reigns" (2016) veröffentlichte man beispielsweise ein Strategiespiel, in dem Spieler möglichst lange als Monarch auf dem Thron sitzen müssen. Im Mittelpunkt des Spiels steht eine simple wie geniale Mechanik. Wie bei Tinder muss man nach links oder rechts swipen, um Ratschläge seiner Berater anzunehmen oder abzulehnen. Im Herbst 2018 erschien sogar "Reigns: Game of Thrones", in dem Spieler unter anderem in die Rollen von Jon Schnee, Tyrion Lennister oder von anderen beliebten Seriencharakteren aus dem Fantasy-Epos schlüpfen konnten.

Als ziemlich fordernd, aber gleichzeitig auch geradezu süchtig machend stellten sich die Skateboardspiele "OlliOlli" (2014) und "OlliOlli2: Welcome to Olliwood" (2015) heraus und "Enter the Gungeon" (2016) gilt als einer der besten Twin-Stick Shooter der vergangenen Jahre. Besonders atmosphärisch sind die beiden Adventures "Stories Untold" (2017) und das gerade erst im Mai erschienene "Observation" vom schottischen Studio No Code. Letzteres Game ist ein spielbarer Sci-Fi-Thriller, in dem Gamer die Rolle einer Künstlichen Intelligenz auf einer Raumstation übernehmen.

Nicht zuletzt sollten Titel wie das bunt-abgedrehte Point-and-Click-Abenteuer "Dropsy" und das 80er-Jahre-Adventure "Crossing Souls" erwähnt werden, oder das Visual Novel "Hatoful Boyfriend", in dem man sich als einziges menschliches Mädchen an einer Schule voller Vögel für einen gefiederten Boyfriend entscheiden muss. Zuletzt machte Devolver Digital mit dem Ende Juni erschienenen "My Friend Pedro" Schlagzeilen. Der namenlose Spieler wird darin von einer schwebenden, sprechenden Banane geweckt, bevor er sich durch ein Fest an Bullet-Time-Action ballert.

Wenn Devolver Digital seiner Linie treu bleibt, dann dürfen Spieler auch in den kommenden Jahren auf ein buntes Potpourri aus abgefahrenen Ideen hoffen. Denn nicht vergessen: Alles, was man so über Devolver Digital sagt, entspricht der Wahrheit!