Auch kulturelle Unterschiede können dazu führen, dass Filme zumindest in bestimmten Ländern ohne einzelne Szenen auskommen müssen. In "Aquaman" (2018) verpasst Mera (Amber Heard) ihrem Schwarm Aquaman (Jason Momoa) einen leidenschaftlichen Kuss. Kinobesuchern in Indonesien und Saudi-Arabien blieb diese Szene vorenthalten. Die "neue" Kinoversion war deshalb auch eine Minute kürzer. "Rerelasenews" vermutete, dass die Szene zensiert wurde, da die Turteltauben nicht verheiratet sind und ihr Kuss vor Ort daher als sittenwidrig und unmoralisch gilt.
"Polizeiruf 110"Manchmal reichen auch nur kleine Details aus, dass Serienmacher Szenen zwar nicht gänzlich ins Nirvana schicken, jedoch einer weiteren Bearbeitungsschleife unterziehen. Im November 2018 nahm der Norddeutsche Rundfunk (NDR) eine Szene aus einem "Polizeiruf 110" genau unter die Lupe und entfernte für eine weitere Ausstrahlung einen Anti-AfD-Aufkleber mittels digitaler Bildbearbeitung. In Filmen mit einer frei erfundenen Handlung ist es üblich, keine real existierenden Parteinamen zu verwenden", teilte eine NDR-Sprecherin mit.
"Game of Thrones"In "Game of Thrones" sorgte ein versehentlich abgestellter Kaffeebecher für große Aufregung bei den Fans der HBO-Serie: Der To-Go-Becher der Kette Starbucks passte so gar nicht in das mittelalterliche Ambiente der Produktion. Die Macher reagierten schnell und entfernten den Becher aus der Version, die für künftige Ausstrahlungen verwendet wird. In der allerletzten Episode sorgte außerdem noch eine Wasserflasche aus Plastik, die auf dem Boden abgestellt war, für reichlich Spott bei den Fans.
Sie haben es gar nicht erst geschafftFür die Regisseure eine harte Bestrafung: Viele Filmszenen fielen bereits vor ihrer Veröffentlichung auf der großen Kinoleinwand der Schere zum Opfer. Berühmte Beispiele: In "Deadpool" (2016) musste eine anrüchige Bar-Szene weichen, in "Marvel's the Avengers" (2012) wurde die Todesszene von Agent Coulson (Clark Gregg) entschärft und in "Gangster Squad" (2013) verzichteten die Filmemacher auf die Szenen einer Kino-Schießerei, nachdem in Colorado zwölf Menschen während einer Kinovorführung von "The Dark Knight" getötet wurden.
Einige Regisseure haben bereits selbst bei der Bearbeitung der finalen Kinofassung eine Vorahnung, wenn Szenen für ein breites Publikum nicht geeignet sein könnten. So hielt Regisseur David Gordon Green (44) Szenen für die finale Schnittfassung von "Halloween" (2018) zurück, in der sich Michael Myers einen Hund vornimmt, den er schließlich tot an einen Ast hängt.