Nun äussern sich auch die Höhlenforscher, die bei dem Tod ihres Kameraden in der Höhle anwesend gewesen waren. Nach deren Angaben sei der 57-jährige Mann, der bei dem Tauchgang tödlich verunglückt war, der Schlussmann der vierköpfigen Gruppe gewesen und nach einem engen Durchschlupf in einem etwa sechs Meter langen, wassergefüllten Siphon nicht mehr aufgetaucht. Anschließend hatten die Taucher ihren Kameraden aus der Engstelle gezogen, doch da war es dann anscheinend bereits zu spät. Offenbar war der Mann bereits ertrunken. Allerdings muss nun noch abgeklärt werden, wieso der Mann trotz der Nutzung seiner Tauchausrüstung Wasser in der Lunge hatte. Die vier ehrenamtlichen Höhlenforscher waren Mitglieder der überregional organisierten Vereins "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach". Sie sollten in der Höhle die in der Fränkischen Alb anstehende Färbeversuche vorbereitet. Dieses Experiment sollte Klarheit über den unterirdischen Verlauf des versickernden Oberflächenwassers in dem Karstgebiet bringen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte ist weiterhin unklar. Alle 4 Männer hatten den Engpass, an dem es zu dem Unfall gekommen war, bereits häufig passiert.
Bei dem Unglück waren Erinnerungen an einen Vorfall im Jahr 2014 wach geworden. Damals mussten Rettungskräfte einen Höhlenforscher aus fast 1.000 Meter Tiefe wieder an die Oberfläche bringen. Dieser war in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden schwer verletzt worden, nachdem er von einem herabfallenden Stein am Kopf getroffen worden war. Der Mann hatte dabei ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Damals dauerte die Rettungsaktion mit mehr als 700 Helfern elf Tage und verursachte Kosten in Höhe von 1 Million Euro.